Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.
Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).
Praktische Umsetzung als Checkliste.
Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.
Teste dein Wissen zur Ansprache mit Fragen auf Deutsch.
Teste dein Wissen mit Fragen in Urdu.
Freitagsansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles
MTA GermanyIn der Abschlussansprache anlässlich des nationalen Ijtema der Waqifaat-e-Nau in Großbritannien vom 25. April 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba):
Aller Preis gebührt Allah. Heute haben Sie sich hier zu Ihrem nationalen Waqifaat-e-Nau-Ijtema versammelt. Durch die Gnade Allahs sind beinahe 40 Jahre seit der Einführung der Waqf-e-Nau-Initiative vergangen. Viele von Ihnen sind mittlerweile in den Zwanzigern oder Dreißigern und sind selbst zu Müttern einer neuen Generation von Waqifeen-e-Nau geworden. Daher ruht nun eine noch größere Verantwortung auf Ihren Schultern.
Als Waqifaat-e-Nau müssen Sie nicht nur sicherstellen, dass Sie persönlich Ihrem Gelübde gerecht werden und nach den Lehren des Islam handeln, sondern Sie müssen auch die moralische und religiöse Erziehung Ihrer Kinder gewährleisten. Dies ist zwar die Pflicht beider Elternteile, jedoch verbringt eine Mutter unweigerlich mehr Zeit mit ihren Kindern, weshalb diese Verantwortung noch schwerer auf ihr lastet. Daher, ganz gleich, ob Sie bereits Mütter sind oder – so Gott will – in Zukunft Mütter werden, denken Sie stets daran: Als Waqifaat-e-Nau oder Waqifa-e-Nau müssen Sie unentwegt danach streben, Ihre eigenen spirituellen und moralischen Maßstäbe anzuheben. Gleichzeitig obliegt es Ihnen, Ihre Kinder so zu erziehen und anzuleiten, dass sie rechtschaffene, vorbildliche und nützliche Mitglieder der Gesellschaft werden mögen.
Auf diese Weise tragen Sie Ihren Teil dazu bei, das künftige Gedeihen unserer Jamaat zu sichern, indem Sie gewährleisten, dass kommende Generationen fest in ihrem Glauben verankert bleiben. Sollten Ahmadi-Eltern ihren Kindern nicht gemeinsam ein tiefes Bewusstsein für Moral und Glauben vermitteln, wird unser Fortschritt unweigerlich ins Stocken geraten. Die Geschichte belegt deutlich, dass Gemeinschaften, die nicht weiter fortschreiten, dem Niedergang geweiht sind.
Es ist eine große Gnade Allahs für diejenigen unter Ihnen, die hier aufgewachsen sind, dass Sie vom hiesigen Bildungssystem profitieren durften. Infolgedessen haben viele von Ihnen ein höheres Bildungsniveau erreicht als Ihre Mütter oder Großmütter. Dieser Segen geht mit einer tiefen Verantwortung einher: Sie müssen das erworbene Wissen und die Ihnen zuteilgewordenen Möglichkeiten nutzen, um Ihre Kinder aufzuklären und zu führen. Sie müssen sie dazu befähigen, die komplexen Herausforderungen dieser Gesellschaft zu meistern, während sie zugleich fest in den islamischen Prinzipien verankert bleiben. Es darf niemals geschehen, dass unsere künftigen Generationen aufgrund mangelnder moralischer Erziehung oder Anleitung von den wunderschönen und zeitlosen Lehren des Islam abweichen.
Bedauerlicherweise schreiben mir viele Mütter und äußern voller Schmerz, dass sich ihre Kinder im Jugendalter allmählich von ihrem Glauben abwenden und es ihnen nicht gelingt, eine enge Bindung zur Jamaat aufrechtzuerhalten. Es ist somit Ihre vornehmste Pflicht, die Bindung Ihrer Kinder an ihren Glauben zu bewahren. Dafür müssen Sie sicherstellen, dass Ihre eigene Bindung zu Allah, dem Allmächtigen, unerschütterlich ist.
Verrichten Sie die rituellen Pflichtgebete und andere Gebete mit voller Hingabe und Aufrichtigkeit und vertiefen Sie sich in die zeitlose Weisheit des Heiligen Qur’an. Wenn Ihr Verhalten ein lebendiges Zeugnis für Ihre Liebe zu Allah und Ihre Überzeugung von der Wahrheit des Islam ist, werden Ihre Kinder ganz natürlich von Ihrem Vorbild lernen.
Leider lässt sich oft beobachten – insbesondere bei Ahmadi-Familien, die in westliche Länder migriert sind –, dass sie sich übermäßig auf ihre individuellen Rechte fokussieren und sich regelrecht davon vereinnahmen lassen. Sogar einige Waqifaat-e-Nau stellen persönliche Ansprüche und das, was sie zu verdienen glauben, über die heiligen Anforderungen ihres Gelübdes. Anstatt den Bund zu erfüllen, den sie mit Allah, dem Allmächtigen, geschlossen haben, ist es ihnen ein größeres Anliegen, ihre weltlichen Rechte durchzusetzen. Solche Frustrationen treten oft nach der Eheschließung zutage, wenn häusliche Herausforderungen entstehen. Zwar müssen tatsächliche Nöte oder Ungerechtigkeiten zweifellos angesprochen werden, doch als Waqf-e-Nau dürfen Sie niemals zulassen, dass persönliche Prüfungen oder weltliche Wünsche Ihre Hingabe an den Glauben in den Schatten stellen.
Ihre Priorität sollte stets darin bestehen, eine tiefe und persönliche Bindung zu Allah, dem Allmächtigen, zu pflegen und eine unvergängliche Liebe zu Ihm in die Herzen Ihrer Kinder einzupflanzen. Darüber hinaus müssen Sie Ihren Kindern helfen, religiöses Wissen zu erwerben. In der Tat sollte den meisten von Ihnen, die ein entsprechendes Alter erreicht haben – seien es Mütter, junge Erwachsene, Heranwachsende oder ältere Kinder –, bewusst sein, dass der Erwerb religiösen Wissens eine unerlässliche Grundlage ist, um den eigenen Glauben sowie den der kommenden Generationen zu bewahren. Überdies wird dieses Wissen Sie dazu befähigen, die Welt da draußen über die wahren Lehren des Islam aufzuklären.
Gehen Sie nicht davon aus, dass Tabligh eine Pflicht sei, die nur Männern vorbehalten ist. Vielmehr haben Ahmadi-Frauen eine unverzichtbare und entscheidende Rolle zu erfüllen. Die islamische Geschichte bezeugt die Tatsache, dass muslimische Frauen von Anfang an monumentale Opfer für ihren Glauben erbracht haben. In diesem Zusammenhang wird häufig das Beispiel von Hadhrat Aisha (ra) angeführt, da der Heilige Prophet (saw) erklärte, dass die Hälfte des Glaubens von ihr gelernt werden könne. Dementsprechend saßen viele Gefährten, darunter auch Männer, als ihre Schüler, um den Islam zu erlernen.
Um die Lehren des Islam zu verbreiten und Missverständnisse auszuräumen, ist es daher manchmal erforderlich, dass Ahmadi-Frauen an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen und vor Männern sprechen. So haben beispielsweise einige Ahmadi-Frauen bei Bedarf an Medienprogrammen und Interviews teilgenommen. Daher müssen Sie als Waqifaat unermüdlich danach streben, Ihr religiöses Wissen zu erweitern, damit Sie, gewappnet mit der Wahrheit, die haltlosen Vorwürfe gegen den Islam widerlegen können – insbesondere die böswillige Behauptung, der Islam verwehre den Frauen die ihnen zustehenden Rechte.
Mit unerschütterlicher Überzeugung sollten Sie es sein, die bezeugen, dass der Islam wahre Gleichberechtigung herstellt und den Frauen ihre Rechte bereits vor vielen Jahrhunderten einräumte, bevor die moderne Welt sie auch nur ansatzweise anerkannte. Sie sollen diejenigen sein, die voller Stolz an vorderster Front stehen, den Islam verteidigen und die Menschheit über seine edlen Lehren aufklären. Gewiss habe ich beobachtet, wie Ahmadi-Frauen hier im Vereinigten Königreich, in Deutschland und in anderen Ländern in der Lage waren, die wahre Botschaft des Islam im medialen Umfeld mit außergewöhnlicher Kompetenz zu präsentieren. Die Macht ihrer Worte, ihre Eloquenz und ihre Würde haben so hell gestrahlt, dass die Kritiker des Islam, die fälschlicherweise behaupten, er unterdrücke Frauen, zum Schweigen gebracht und frustriert zurückgelassen wurden. Somit können sich Ahmadi-Frauen unter Wahrung des Parda in den Medien engagieren, um die wahren Lehren des Islam darzulegen und die gegen ihn erhobenen falschen Anschuldigungen zu widerlegen. Dies ist weder etwas Neues, noch widerspricht es in irgendeiner Weise den Lehren des Islam.
Vielmehr bekräftigte Hadhrat Musleh-e-Mau'ud (ra) während seines Kalifats, dass es für eine Ahmadi-Frau keineswegs falsch sei, vor Männern oder in der Öffentlichkeit aufzutreten und zu sprechen, um den Islam zu verteidigen. Er berief sich dabei auch auf das Beispiel von Hadhrat Aisha (ra) und wie sie Männer über ihren Glauben und die wahren Lehren des Islam unterrichtete. Tatsächlich war der Intellekt von Hadhrat Aisha (ra) von solcher Tiefe, dass sie über ein herausragendes Verständnis vieler Komplexitäten und Feinheiten der Lehren des Islam verfügte, womit sie das Wissen vieler Männer jener Zeit bei Weitem übertraf. Sie war in der Lage, viele islamische Lehren und Überzeugungen verständlich zu machen; somit dient sie Ihnen allen als großartiges Vorbild.
Während jeder Ahmadi gelobt, dem Glauben Vorrang vor weltlichen Dingen zu geben und die wahren Lehren des Islam zu praktizieren und zu predigen, haben Sie alle ein feierliches, lebenslanges Gelübde abgelegt, all Ihre Fähigkeiten einzusetzen, um der gesegneten Mission des Verheißenen Messias (as) zu dienen. Diese Verpflichtung muss für immer die oberste Priorität und das höchste Ziel Ihres Lebens bleiben.
Wie ich bereits erwähnt habe, behaupten die Gegner des Islam unablässig, der Islam spreche den Frauen die Gleichberechtigung ab. Sie behaupten, die Verteidiger der Frauenrechte zu sein und dass sie Frauen befreien oder ihnen Freiheit gewähren wollen. Sie sind jedoch nicht aufrichtig, und ihre Taten offenbaren die Wahrheit. In jüngster Zeit hat die gesamte Welt miterlebt, wie bestimmte westliche Mächte unter dem Deckmantel der Freiheit Kriege geführt haben, in denen unzählige wehrlose Frauen und Mädchen getötet wurden oder ihre Heimstätten völlig zerstört wurden. Ihre Schulen, Universitäten und weitere Bildungseinrichtungen wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ist es das, was die Gegner des Islam unter der Gewährung von Rechten für Frauen und Mädchen verstehen? Genau genommen wurden den Frauen in diesen westlichen Ländern die ihnen zustehenden Rechte eben nicht gewährt, weshalb sie im vergangenen Jahrhundert gezwungen waren, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Daher entstanden in der gesamten westlichen Welt Frauenrechtsbewegungen, als Frauen verzweelt versuchten, sich die Grundrechte zu sichern, die ihnen lange verweigert worden waren.
Da ihre eigenen religiösen Schriften die Rechte der Frauen weder definierten noch festlegten, sahen sie sich gezwungen, für exakt jene Freiheit und Gleichberechtigung zu kämpfen, die der Islam den Frauen bereits vor über 1.400 Jahren zuteilwerden ließ. Von Anbeginn an hat der Islam das Prinzip der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen unmissverständlich verankert. Aus diesem Grund sollte kein Ahmadi-Mädchen und keine Ahmadi-Frau jemals einen Minderwertigkeitskomplex oder Zweifel hegen. Nehmen Sie Ihre Identität als muslimische Frau oder als muslimisches Mädchen mit Stolz an und erkennen Sie Ihren immensen, von Gott gegebenen Wert.
Gewiss hat Allah, der Allmächtige, in Seiner göttlichen Weisheit Männern und Frauen entsprechend der menschlichen Natur spezifische Pflichten und Rollen zugewiesen. Dennoch hat Er Sorge dafür getragen, dass die Rechte von Männern und Frauen gleichwertig und gerecht bleiben. Folglich gewährt das Geschlecht gemäß der islamischen Lehre keinerlei Überlegenheit. Vielmehr entspringt wahre Auszeichnung allein der Erhabenheit des eigenen Charakters und der Rechtschaffenheit des eigenen Handelns.
Was die Gleichberechtigung betrifft, geht der Islam bis in ganz erstaunliche Details. So lehrt der Qur’an beispielsweise, dass das Abstillen eines Kindes eine einvernehmliche Entscheidung zwischen Ehemann und Ehefrau ist. Weder dem Ehemann noch seiner Familie ist es gestattet, der Ehefrau diesbezüglich Vorschriften zu machen oder Anweisungen zu erteilen. Ebenso hat der Islam zur Absicherung und zur Wahrung der Würde und Ehre der Frau die Morgengabe als ihr grundlegendes Recht verankert, das vor der Eheschließung vereinbart werden muss. Gleichermaßen ist der Vorwurf, der Islam wolle die Frau auf das häusliche Umfeld beschränken, gänzlich unbegründet. Es gibt viele Berufe, die Allah muslimischen Frauen auszuüben gestattet, vorausgesetzt, sie halten weiterhin Parda ein. Als Waqf-e-Nau ist es daher nun Ihre Aufgabe, die Menschheit über diese wunderschönen Lehren des Islam aufzuklären und jene zurechtzuweisen, die sie – sei es aus Unwissenheit oder Böswilligkeit – falsch darstellen.
Um dies zu verwirklichen, müssen Sie sich intensiv dem Studium des Qur’an widmen. Rezitieren Sie ihn täglich und lesen Sie aufmerksam seine Übersetzung und die Kommentare. Die bloße Teilnahme am heutigen nationalen Ijtema für einige Stunden wird an sich noch nichts bewirken. Vielmehr entfaltet Ihre Anwesenheit erst dann ihren Wert, wenn sie in Ihnen ein leidenschaftliches Verlangen und die feste Entschlossenheit weckt, Ihr religiöses Wissen zu mehren und die islamischen Lehren jederzeit zu verinnerlichen.
Die Mehrheit von Ihnen hat mittlerweile das fünfzehnte Lebensjahr überschritten und verfügt somit über die intellektuellen Fähigkeiten, die Lehren des Islam zu begreifen und auf Vorwürfe gegen ihn zu reagieren. In diesem Zusammenhang bekräftige ich, dass das Studium des Qur’an der beste Weg ist, um den Islam kennenzulernen. Dadurch werden Sie ein tiefes Verständnis für Ihre religiösen, moralischen, spirituellen, bürgerlichen und gesellschaftlichen Verantwortlichkeiten entwickeln. Sie werden lernen, wie Sie Ihre Kinder am besten erziehen und welche Pflichten Ihnen als Mutter, Tochter, Schwester oder Freundin obliegen.
Zahlreiche Ahmadi-Mädchen haben Bachelor- und Masterabschlüsse erworben, und einige haben sogar promoviert oder andere hochkarätige Qualifikationen erlangt. Es gibt viele Ahmadi-Frauen – auch aus den Reihen der Waqf-e-Nau –, die erfolgreich als Ärztinnen, Lehrerinnen, Anwältinnen, Ingenieurinnen und in diversen anderen Berufen tätig sind. Es ist überaus erfreulich zu sehen, dass ein großer Teil der Ahmadi-Mädchen den Weg einer höheren Bildung und anspruchsvoller Berufe einschlägt. Wenn Sie jedoch nach dem Erreichen eines hohen Bildungsabschlusses oder dem Einstieg in solche Berufe so sehr in Ihrem Studium oder Ihrer Karriere versinken, dass Sie dies von der Ausübung Ihres Glaubens abhält, dann bringt Ihnen die Zugehörigkeit zur Waqf-e-Nau-Initiative keinerlei Nutzen. Vielmehr verkommt der Status einer Waqf-e-Nau dann zu einem leeren und bedeutungslosen Titel.
Daher müssen Sie neben Ihrer beruflichen oder akademischen Laufbahn täglich Zeit erübrigen, um Ihr religiöses Wissen zu vertiefen. Nur dann sind Sie im Geiste und in der Tat wahrhafte Waqf-e-Nau. Erst dann werden Sie sich der Lehren Ihres Glaubens vollumfänglich bewusst sein, sie praktisch umsetzen, an Ihre Kinder weitergeben und anderen eine Orientierung bieten können.
Was Ihr Familienleben und Ihre entsprechenden Pflichten betrifft, so sollten Sie stets mit Geduld und Gebeten handeln. Bedauerlicherweise kommt es in Familien bisweilen zu häuslichen Prüfungen oder Konflikten. Wenn es beispielsweise ein Ehemann versäumt, seinen Pflichten nachzukommen oder sein Verhalten nicht so ist, wie es sein sollte, sollten Ehefrauen und Mütter – unter der Prämisse, dem Glauben stets Vorrang vor weltlichen Dingen einzuräumen – nach Möglichkeit danach streben, solche Angelegenheiten einvernehmlich zu lösen und dabei Geduld und Vertrauen auf Allah an den Tag zu legen. Seid stets bestrebt, den Zusammenhalt der Familie und insbesondere eure Kinder zu schützen, und stellt sicher, dass ihrer moralischen Erziehung und ihrem Wohlergehen nichts im Wege steht. Sollte euer Ehemann seine elterlichen Pflichten vernachlässigen, so müsst ihr versuchen, diese Lücke zu schließen, indem ihr euch noch intensiver um die Führung und Fürsorge eurer Kinder bemüht.
Ebenso sollte sich jede Ahmadi-Frau, allen voran die Waqifa-e-Nau, stets durch aufrichtige Demut auszeichnen. Unabhängig davon, ob ihr die Gelegenheit erhaltet, einer Pflicht nachzugehen oder eine gute Tat zu vollbringen, darf eure Motivation niemals dem Verlangen entspringen, andere zu beeindrucken oder deren Lob zu ernten. Vielmehr sollten all eure Anstrengungen ausschließlich von dem reinen Streben getragen sein, die Liebe und Nähe Allahs, des Erhabenen, zu erlangen. Wenn euch beispielsweise eine Verantwortung innerhalb der Jamaat übertragen wird oder ihr zu einem Dienst bei Jalsas oder Ijtemas eingeteilt seid, so solltet ihr diese Aufgaben ausschließlich um Allahs willen und zur Erlangung Seines Wohlgefallens erfüllen, anstatt nach weltlicher Anerkennung oder Belohnung zu trachten.
Bedenkt stets, dass das Herzstück eures Waqf der Geist der Aufopferung ist. Gelegentlich äußern Frauen, dass ihnen aufgrund familiärer oder beruflicher Verpflichtungen die Zeit fehle, sich der Anbetung Allahs zu widmen oder ihren religiösen Aufgaben nachzukommen. Die Erfüllung der gottesdienstlichen Gebote ist jedoch von allergrößter Bedeutung. Daher müsst ihr bereit sein, andere Dinge hintanzustellen, um den Rechten Allahs gerecht zu werden. Über eure Pflichtgebete hinaus solltet ihr täglich Nawafil verrichten sowie für euch und eure zukünftigen Generationen beten. Auf diese Weise werdet ihr – so Allah will – euren Kindern und den kommenden Generationen ein Vermächtnis an Frömmigkeit, edelster Moral und tiefem Glauben hinterlassen.
Wie ich bereits erwähnte, erlegt der Heilige Qur’an muslimischen Frauen die Wahrung des Parda auf. Als Waqifa-e-Nau sollten eure Maßstäbe diesbezüglich am höchsten sein. Wenn ihr mit gutem Beispiel vorangeht, werdet ihr für andere eine Quelle der Zuversicht sein und dazu beitragen, ihnen den wahren Wert der Schamhaftigkeit zu vermitteln. Vergesst niemals, dass ihr mit der erhabenen Bestimmung geboren wurdet, die Welt zu ihrem Schöpfer zurückzuführen.
Wenn Unwissende behaupten, euer Glaube sei für euch wie ein Gefängnis, dann widerlegt sie und zeigt ihnen, über welch immense Kraft und Stärke ihr verfügt. Erklärt ihnen selbstbewusst, dass wir wahrhaft befreit und losgelöst von den Fesseln des Materialismus, der Ungerechtigkeit und der Vulgarität sind, welche die moderne Gesellschaft gefangen halten. Wenn ihr also fest entschlossen seid, eure religiösen Ziele zu verwirklichen, so seid ihr als Waqf-e-Nau dazu bestimmt, die Welt zu führen, so Allah will. Unterschätzt euch niemals selbst. Setzt vielmehr alles daran, eine spirituelle und moralische Revolution zu entfachen, die diese Welt in eine Oase des Friedens, der Liebe und des Wohlstands verwandelt.
Dies ist der Jihad unserer Zeit. Deshalb betone ich nochmals: Ihr solltet euch stets vergegenwärtigen, dass eure Bildung und euer Wissen ohne jeglichen Wert bleiben, sofern sie euch nicht dazu befähigen, der Menschheit und eurem Glauben zu dienen. Andernfalls unterscheidet sich euer akademischer Erfolg oder eure Leistung in nichts von den Erfolgen anderer Menschen. Wenn ihr jedoch aufrichtig danach strebt, eurem Glauben und der Menschheit zu dienen, werdet ihr, so Allah will, große Erfolge erzielen und von Allah reichlich belohnt werden. Um wirklich erfolgreich zu sein und dieser Welt ein positives Vermächtnis zu hinterlassen, müsst ihr eine wahre Leidenschaft für den Dienst an eurem Glauben hegen und sicherstellen, dass ihr und eure Kinder im Einklang mit den islamischen Lehren lebt.
Die Geschichte belegt, dass Frauen stets an vorderster Front standen, wenn es darum ging, Opfer für ihre religiösen Überzeugungen zu erbringen. So wird beispielsweise in der Bibel, im Matthäusevangelium, erwähnt, dass es die Jüngerinnen des Propheten Jesus (as) waren, die sich drei Tage nach der Kreuzigung zu seinem Grab wagten, während die männlichen Jünger, vor Angst erstarrt, in ihren Verstecken blieben. Diese mutigen Frauen nahmen um ihres Glaubens willen enorme Risiken auf sich. Als sie dann feststellten, dass das Grab leer war, entdeckten sie zu ihrem Erstaunen, dass Jesus (as) am Leben war, und nahmen seine Grüße voller Freude entgegen.
Diese hingebungsvollen Frauen, als Anhängerinnen des Messias von Moses (as), waren bereit, für ihren Glauben große Opfer zu erbringen. Wenn sie dazu imstande waren, ist es dann für euch, die ihr Anhängerinnen des Messias von Muhammad (saw) seid und den Eid abgelegt habt, euer Leben in den Dienst des Islam zu stellen, nicht umso wichtiger, noch weit größere Opfer für euren Glauben zu erbringen? Zweifelsohne haben im Laufe der islamischen Geschichte zahllose muslimische Frauen unglaubliche Opfer erbracht. Sie waren sich ihrer persönlichen Verantwortung beim Herbeiführen des spirituellen Triumphs des Islam vollends bewusst.
Ich habe bereits Hadhrat Aisha (ra) und ihre wissenschaftlichen Verdienste für den Islam erwähnt. Gleichermaßen erwiesen sich muslimische Frauen bei diversen Expeditionen und Verteidigungskriegen zur Zeit des Heiligen Propheten (saw) und während des Khilafat-e-Raschida als unerschütterliche Stützen. Einige muslimische Frauen kämpften sogar an vorderster Front, während andere die Verwundeten mit tiefem Mitgefühl und Gewissenhaftigkeit pflegten. Diese edlen historischen Vorbilder sind weit mehr als bloße Geschichten, die man lediglich liest. Sie sollten euch allen vielmehr als tiefgreifendes Beispiel dienen und verdeutlichen, welch überaus hohen Stellenwert die Frau im Islam genießt. Nun liegt es in eurer Verantwortung, diesen Status zu wahren und in ihre Fußstapfen zu treten, indem ihr die wahren Lehren des Islam verinnerlicht und bereit seid, für euren Glauben jegliches erforderliche Opfer zu erbringen. Dies ist die Pflicht aller Ahmadi-Frauen und -Mädchen, ganz besonders aber jener, die gelobt haben, der Sache des Islam bis zu ihrem letzten Atemzug zu dienen.
Bevor ich nun zum Ende komme, möchte ich euch daher daran erinnern, dass ihr unermüdlich danach streben müsst, die Botschaft des Islam zu verbreiten, der Menschheit zu dienen und die heranwachsende Generation zu erziehen und zu leiten. Haltet vor allem euer Gelübde in Ehren, indem ihr eurem Glauben Vorrang vor allen weltlichen Angelegenheiten einräumt und bestrebt seid, stets nach den Geboten Allahs zu handeln. Unabhängig von eurer weltlichen Bildung oder euren sonstigen Verpflichtungen, fasst den festen Entschluss, euer religiöses Wissen durch die Lektüre des Qur’an und seiner Kommentare zu erweitern. Ebenso müsst ihr die Schriften des Verheißenen Messias (as), der Kalifen und weitere Jamaat-Literatur lesen, denn religiöses Wissen ist der Katalysator zur Selbstverbesserung und zugleich das Fundament, um eure Kinder anzuleiten.
Abschließend möchte ich den anwesenden jüngeren Mädchen, einschließlich der Nasirat, sagen: Auch ihr solltet stets danach streben, in eurer schulischen Laufbahn herausragende Leistungen zu erbringen. Darüber hinaus müsst ihr trotz eures jungen Alters fest in eurem Glauben verankert sein. Lasst niemals zu, dass die Meinungen anderer eure Glaubensüberzeugungen beeinflussen oder gar dazu führen, dass ihr euch für eure Religion schämt. Solltet ihr jemals wegen eurer bedeckenden Kleidung gehänselt oder verspottet werden, so lasst euer Selbstbewusstsein dadurch nicht erschüttern. Entgegnet diesen Menschen, dass sie euch ruhig verspotten können, dass es ihnen aber niemals gelingen wird, euren Glauben oder eure religiöse Praxis zu schwächen. Erklärt ihnen, dass ihr einem weit höheren Ziel folgt: nämlich dem moralischen Verfall dieser Welt entgegenzutreten und die Kluft zu überwinden, die heutzutage zwischen einem Großteil der Menschheit und Gott, dem Allmächtigen, besteht.
Anstatt euch von eurem Glauben abzubringen, sollten euch deren Anfeindungen vielmehr anspornen, eure moralischen Qualitäten weiter zu verbessern und euer religiöses Wissen zu mehren. Seid selbstbewusst und habt Vertrauen darauf, wer ihr seid. Vergesst niemals, dass wahrer Frieden und wahre Zufriedenheit einzig in der Nähe Allahs zu finden sind. Um dies zu erlangen, müsst ihr sowohl Seine Rechte als auch die Rechte der Menschheit erfüllen. Wenn ihr mit solcher Frömmigkeit und Güte handelt, werdet ihr, so Allah will, zu wahren Leuchttürmen werden, die den Weg zu Erfolg und Erlösung erhellen.
Mit diesen Worten bete ich, dass Allah euch alle segnen und befähigen möge, dem Gelübde, das ihr eurem Glauben gegenüber abgelegt habt, ein Leben lang gerecht zu werden. Möget ihr alle durch eure edlen und rechtschaffenen Eigenschaften dazu beitragen, der gesamten Welt die Wahrheit und Schönheit des Islam zu offenbaren. Amin. Schließt euch mir nun im stillen Gebet an.
Checkliste für den Alltag
Khutba für Kinder
MTA Germany