Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.
Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).
Praktische Umsetzung als Checkliste.
Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.
Teste dein Wissen zur Ansprache mit Fragen auf Deutsch.
Teste dein Wissen mit Fragen in Urdu.
Freitagsansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles
MTA GermanyIn der Abschlussansprache anlässlich des nationalen Ijtema der Waqifaat-e-Nau in Großbritannien vom 25. April 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba):
Aller Preis gebührt Allah. Heute haben Sie sich hier zu Ihrem nationalen Waqifaat-e-Nau-Ijtema versammelt. Durch die Gnade Allahs sind beinahe 40 Jahre seit der Einführung der Waqf-e-Nau-Initiative vergangen. Viele von Ihnen sind mittlerweile in den Zwanzigern oder Dreißigern und sind selbst zu Müttern einer neuen Generation von Waqifeen-e-Nau geworden. Daher ruht nun eine noch größere Verantwortung auf Ihren Schultern.
Als Waqifaat-e-Nau müssen Sie nicht nur sicherstellen, dass Sie persönlich Ihrem Gelübde gerecht werden und nach den Lehren des Islam handeln, sondern Sie müssen auch die moralische und religiöse Erziehung Ihrer Kinder gewährleisten. Dies ist zwar die Pflicht beider Elternteile, jedoch verbringt eine Mutter unweigerlich mehr Zeit mit ihren Kindern, weshalb diese Verantwortung noch schwerer auf ihr lastet. Daher, ganz gleich, ob Sie bereits Mütter sind oder – so Gott will – in Zukunft Mütter werden, denken Sie stets daran: Als Waqifaat-e-Nau oder Waqifa-e-Nau müssen Sie unentwegt danach streben, Ihre eigenen spirituellen und moralischen Maßstäbe anzuheben. Gleichzeitig obliegt es Ihnen, Ihre Kinder so zu erziehen und anzuleiten, dass sie rechtschaffene, vorbildliche und nützliche Mitglieder der Gesellschaft werden mögen.
Auf diese Weise tragen Sie Ihren Teil dazu bei, das künftige Gedeihen unserer Jamaat zu sichern, indem Sie gewährleisten, dass kommende Generationen fest in ihrem Glauben verankert bleiben. Sollten Ahmadi-Eltern ihren Kindern nicht gemeinsam ein tiefes Bewusstsein für Moral und Glauben vermitteln, wird unser Fortschritt unweigerlich ins Stocken geraten. Die Geschichte belegt deutlich, dass Gemeinschaften, die nicht weiter fortschreiten, dem Niedergang geweiht sind.
Es ist eine große Gnade Allahs für diejenigen unter Ihnen, die hier aufgewachsen sind, dass Sie vom hiesigen Bildungssystem profitieren durften. Infolgedessen haben viele von Ihnen ein höheres Bildungsniveau erreicht als Ihre Mütter oder Großmütter. Dieser Segen geht mit einer tiefen Verantwortung einher: Sie müssen das erworbene Wissen und die Ihnen zuteilgewordenen Möglichkeiten nutzen, um Ihre Kinder aufzuklären und zu führen. Sie müssen sie dazu befähigen, die komplexen Herausforderungen dieser Gesellschaft zu meistern, während sie zugleich fest in den islamischen Prinzipien verankert bleiben. Es darf niemals geschehen, dass unsere künftigen Generationen aufgrund mangelnder moralischer Erziehung oder Anleitung von den wunderschönen und zeitlosen Lehren des Islam abweichen.
Bedauerlicherweise schreiben mir viele Mütter und äußern voller Schmerz, dass sich ihre Kinder im Jugendalter allmählich von ihrem Glauben abwenden und es ihnen nicht gelingt, eine enge Bindung zur Jamaat aufrechtzuerhalten. Es ist somit Ihre vornehmste Pflicht, die Bindung Ihrer Kinder an ihren Glauben zu bewahren. Dafür müssen Sie sicherstellen, dass Ihre eigene Bindung zu Allah, dem Allmächtigen, unerschütterlich ist.
Verrichten Sie die rituellen Pflichtgebete und andere Gebete mit voller Hingabe und Aufrichtigkeit und vertiefen Sie sich in die zeitlose Weisheit des Heiligen Qur’an. Wenn Ihr Verhalten ein lebendiges Zeugnis für Ihre Liebe zu Allah und Ihre Überzeugung von der Wahrheit des Islam ist, werden Ihre Kinder ganz natürlich von Ihrem Vorbild lernen.
Leider lässt sich oft beobachten – insbesondere bei Ahmadi-Familien, die in westliche Länder migriert sind –, dass sie sich übermäßig auf ihre individuellen Rechte fokussieren und sich regelrecht davon vereinnahmen lassen. Sogar einige Waqifaat-e-Nau stellen persönliche Ansprüche und das, was sie zu verdienen glauben, über die heiligen Anforderungen ihres Gelübdes. Anstatt den Bund zu erfüllen, den sie mit Allah, dem Allmächtigen, geschlossen haben, ist es ihnen ein größeres Anliegen, ihre weltlichen Rechte durchzusetzen. Solche Frustrationen treten oft nach der Eheschließung zutage, wenn häusliche Herausforderungen entstehen. Zwar müssen tatsächliche Nöte oder Ungerechtigkeiten zweifellos angesprochen werden, doch als Waqf-e-Nau dürfen Sie niemals zulassen, dass persönliche Prüfungen oder weltliche Wünsche Ihre Hingabe an den Glauben in den Schatten stellen.
Ihre Priorität sollte stets darin bestehen, eine tiefe und persönliche Bindung zu Allah, dem Allmächtigen, zu pflegen und eine unvergängliche Liebe zu Ihm in die Herzen Ihrer Kinder einzupflanzen. Darüber hinaus müssen Sie Ihren Kindern helfen, religiöses Wissen zu erwerben. In der Tat sollte den meisten von Ihnen, die ein entsprechendes Alter erreicht haben – seien es Mütter, junge Erwachsene, Heranwachsende oder ältere Kinder –, bewusst sein, dass der Erwerb religiösen Wissens eine unerlässliche Grundlage ist, um den eigenen Glauben sowie den der kommenden Generationen zu bewahren. Überdies wird dieses Wissen Sie dazu befähigen, die Welt da draußen über die wahren Lehren des Islam aufzuklären.
Gehen Sie nicht davon aus, dass Tabligh eine Pflicht sei, die nur Männern vorbehalten ist. Vielmehr haben Ahmadi-Frauen eine unverzichtbare und entscheidende Rolle zu erfüllen. Die islamische Geschichte bezeugt die Tatsache, dass muslimische Frauen von Anfang an monumentale Opfer für ihren Glauben erbracht haben. In diesem Zusammenhang wird häufig das Beispiel von Hadhrat Aisha (ra) angeführt, da der Heilige Prophet (saw) erklärte, dass die Hälfte des Glaubens von ihr gelernt werden könne. Dementsprechend saßen viele Gefährten, darunter auch Männer, als ihre Schüler, um den Islam zu erlernen.
Um die Lehren des Islam zu verbreiten und Missverständnisse auszuräumen, ist es daher manchmal erforderlich, dass Ahmadi-Frauen an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen und vor Männern sprechen. So haben beispielsweise einige Ahmadi-Frauen bei Bedarf an Medienprogrammen und Interviews teilgenommen. Daher müssen Sie als Waqifaat unermüdlich danach streben, Ihr religiöses Wissen zu erweitern, damit Sie, gewappnet mit der Wahrheit, die haltlosen Vorwürfe gegen den Islam widerlegen können – insbesondere die böswillige Behauptung, der Islam verwehre den Frauen die ihnen zustehenden Rechte.
Mit unerschütterlicher Überzeugung sollten Sie es sein, die bezeugen, dass der Islam wahre Gleichberechtigung herstellt und den Frauen ihre Rechte bereits vor vielen Jahrhunderten einräumte, bevor die moderne Welt sie auch nur ansatzweise anerkannte. Sie sollen diejenigen sein, die voller Stolz an vorderster Front stehen, den Islam verteidigen und die Menschheit über seine edlen Lehren aufklären. Gewiss habe ich beobachtet, wie Ahmadi-Frauen hier im Vereinigten Königreich, in Deutschland und in anderen Ländern in der Lage waren, die wahre Botschaft des Islam im medialen Umfeld mit außergewöhnlicher Kompetenz zu präsentieren. Die Macht ihrer Worte, ihre Eloquenz und ihre Würde haben so hell gestrahlt, dass die Kritiker des Islam, die fälschlicherweise behaupten, er unterdrücke Frauen, zum Schweigen gebracht und frustriert zurückgelassen wurden. Somit können sich Ahmadi-Frauen unter Wahrung des Parda in den Medien engagieren, um die wahren Lehren des Islam darzulegen und die gegen ihn erhobenen falschen Anschuldigungen zu widerlegen. Dies ist weder etwas Neues, noch widerspricht es in irgendeiner Weise den Lehren des Islam.
Vielmehr bekräftigte Hadhrat Musleh-e-Mau'ud (ra) während seines Kalifats, dass es für eine Ahmadi-Frau keineswegs falsch sei, vor Männern oder in der Öffentlichkeit aufzutreten und zu sprechen, um den Islam zu verteidigen. Er berief sich dabei auch auf das Beispiel von Hadhrat Aisha (ra) und wie sie Männer über ihren Glauben und die wahren Lehren des Islam unterrichtete. Tatsächlich war der Intellekt von Hadhrat Aisha (ra) von solcher Tiefe, dass sie über ein herausragendes Verständnis vieler Komplexitäten und Feinheiten der Lehren des Islam verfügte, womit sie das Wissen vieler Männer jener Zeit bei Weitem übertraf. Sie war in der Lage, viele islamische Lehren und Überzeugungen verständlich zu machen; somit dient sie Ihnen allen als großartiges Vorbild.
Während jeder Ahmadi gelobt, dem Glauben Vorrang vor weltlichen Dingen zu geben und die wahren Lehren des Islam zu praktizieren und zu predigen, haben Sie alle ein feierliches, lebenslanges Gelübde abgelegt, all Ihre Fähigkeiten einzusetzen, um der gesegneten Mission des Verheißenen Messias (as) zu dienen. Diese Verpflichtung muss für immer die oberste Priorität und das höchste Ziel Ihres Lebens bleiben.
Wie ich bereits erwähnt habe, behaupten die Gegner des Islam unablässig, der Islam spreche den Frauen die Gleichberechtigung ab. Sie behaupten, die Verteidiger der Frauenrechte zu sein und dass sie Frauen befreien oder ihnen Freiheit gewähren wollen. Sie sind jedoch nicht aufrichtig, und ihre Taten offenbaren die Wahrheit. In jüngster Zeit hat die gesamte Welt miterlebt, wie bestimmte westliche Mächte unter dem Deckmantel der Freiheit Kriege geführt haben, in denen unzählige wehrlose Frauen und Mädchen getötet wurden oder ihre Heimstätten völlig zerstört wurden. Ihre Schulen, Universitäten und weitere Bildungseinrichtungen wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ist es das, was die Gegner des Islam unter der Gewährung von Rechten für Frauen und Mädchen verstehen? Genau genommen wurden den Frauen in diesen westlichen Ländern die ihnen zustehenden Rechte eben nicht gewährt, weshalb sie im vergangenen Jahrhundert gezwungen waren, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Daher entstanden in der gesamten westlichen Welt Frauenrechtsbewegungen, als Frauen verzweelt versuchten, sich die Grundrechte zu sichern, die ihnen lange verweigert worden waren.
Da ihre eigenen religiösen Schriften die Rechte der Frauen weder definierten noch festlegten, sahen sie sich gezwungen, für exakt jene Freiheit und Gleichberechtigung zu kämpfen, die der Islam den Frauen bereits vor über 1.400 Jahren zuteilwerden ließ. Von Anbeginn an hat der Islam das Prinzip der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen unmissverständlich verankert. Aus diesem Grund sollte kein Ahmadi-Mädchen und keine Ahmadi-Frau jemals einen Minderwertigkeitskomplex oder Zweifel hegen. Nehmen Sie Ihre Identität als muslimische Frau oder als muslimisches Mädchen mit Stolz an und erkennen Sie Ihren immensen, von Gott gegebenen Wert.
Gewiss hat Allah, der Allmächtige, in Seiner göttlichen Weisheit Männern und Frauen entsprechend der menschlichen Natur spezifische Pflichten und Rollen zugewiesen. Dennoch hat Er Sorge dafür getragen, dass die Rechte von Männern und Frauen gleichwertig und gerecht bleiben. Folglich gewährt das Geschlecht gemäß der islamischen Lehre keinerlei Überlegenheit. Vielmehr entspringt wahre Auszeichnung allein der Erhabenheit des eigenen Charakters und der Rechtschaffenheit des eigenen Handelns.
Was die Gleichberechtigung betrifft, geht der Islam bis in ganz erstaunliche Details. So lehrt der Qur’an beispielsweise, dass das Abstillen eines Kindes eine einvernehmliche Entscheidung zwischen Ehemann und Ehefrau ist. Weder dem Ehemann noch seiner Familie ist es gestattet, der Ehefrau diesbezüglich Vorschriften zu machen oder Anweisungen zu erteilen. Ebenso hat der Islam zur Absicherung und zur Wahrung der Würde und Ehre der Frau die Morgengabe als ihr grundlegendes Recht verankert, das vor der Eheschließung vereinbart werden muss. Gleichermaßen ist der Vorwurf, der Islam wolle die Frau auf das häusliche Umfeld beschränken, gänzlich unbegründet. Es gibt viele Berufe, die Allah muslimischen Frauen auszuüben gestattet, vorausgesetzt, sie halten weiterhin Parda ein. Als Waqf-e-Nau ist es daher nun Ihre Aufgabe, die Menschheit über diese wunderschönen Lehren des Islam aufzuklären und jene zurechtzuweisen, die sie – sei es aus Unwissenheit oder Böswilligkeit – falsch darstellen.
Um dies zu verwirklichen, müssen Sie sich intensiv dem Studium des Qur’an widmen. Rezitieren Sie ihn täglich und lesen Sie aufmerksam seine Übersetzung und die Kommentare. Die bloße Teilnahme am heutigen nationalen Ijtema für einige Stunden wird an sich noch nichts bewirken. Vielmehr entfaltet Ihre Anwesenheit erst dann ihren Wert, wenn sie in Ihnen ein leidenschaftliches Verlangen und die feste Entschlossenheit weckt, Ihr religiöses Wissen zu mehren und die islamischen Lehren jederzeit zu verinnerlichen.
Die Mehrheit von Ihnen hat mittlerweile das fünfzehnte Lebensjahr überschritten und verfügt somit über die intellektuellen Fähigkeiten, die Lehren des Islam zu begreifen und auf Vorwürfe gegen ihn zu reagieren. In diesem Zusammenhang bekräftige ich, dass das Studium des Qur’an der beste Weg ist, um den Islam kennenzulernen. Dadurch werden Sie ein tiefes Verständnis für Ihre religiösen, moralischen, spirituellen, bürgerlichen und gesellschaftlichen Verantwortlichkeiten entwickeln. Sie werden lernen, wie Sie Ihre Kinder am besten erziehen und welche Pflichten Ihnen als Mutter, Tochter, Schwester oder Freundin obliegen.
Zahlreiche Ahmadi-Mädchen haben Bachelor- und Masterabschlüsse erworben, und einige haben sogar promoviert oder andere hochkarätige Qualifikationen erlangt. Es gibt viele Ahmadi-Frauen – auch aus den Reihen der Waqf-e-Nau –, die erfolgreich als Ärztinnen, Lehrerinnen, Anwältinnen, Ingenieurinnen und in diversen anderen Berufen tätig sind. Es ist überaus erfreulich zu sehen, dass ein großer Teil der Ahmadi-Mädchen den Weg einer höheren Bildung und anspruchsvoller Berufe einschlägt. Wenn Sie jedoch nach dem Erreichen eines hohen Bildungsabschlusses oder dem Einstieg in solche Berufe so sehr in Ihrem Studium oder Ihrer Karriere versinken, dass Sie dies von der Ausübung Ihres Glaubens abhält, dann bringt Ihnen die Zugehörigkeit zur Waqf-e-Nau-Initiative keinerlei Nutzen. Vielmehr verkommt der Status einer Waqf-e-Nau dann zu einem leeren und bedeutungslosen Titel.
Daher müssen Sie neben Ihrer beruflichen oder akademischen Laufbahn täglich Zeit erübrigen, um Ihr religiöses Wissen zu vertiefen. Nur dann sind Sie im Geiste und in der Tat wahrhafte Waqf-e-Nau. Erst dann werden Sie sich der Lehren Ihres Glaubens vollumfänglich bewusst sein, sie praktisch umsetzen, an Ihre Kinder weitergeben und anderen eine Orientierung bieten können.
Was Ihr Familienleben und Ihre entsprechenden Pflichten betrifft, so sollten Sie stets mit Geduld und Gebeten handeln. Bedauerlicherweise kommt es in Familien bisweilen zu häuslichen Prüfungen oder Konflikten. Wenn es beispielsweise ein Ehemann versäumt, seinen Pflichten nachzukommen oder sein Verhalten nicht so ist, wie es sein sollte, sollten Ehefrauen und Mütter – unter der Prämisse, dem Glauben stets Vorrang vor weltlichen Dingen einzuräumen – nach Möglichkeit danach streben, solche Angelegenheiten einvernehmlich zu lösen und dabei Geduld und Vertrauen auf Allah an den Tag zu legen. Seid stets bestrebt, den Zusammenhalt der Familie und insbesondere eure Kinder zu schützen, und stellt sicher, dass ihrer moralischen Erziehung und ihrem Wohlergehen nichts im Wege steht. Sollte euer Ehemann seine elterlichen Pflichten vernachlässigen, so müsst ihr versuchen, diese Lücke zu schließen, indem ihr euch noch intensiver um die Führung und Fürsorge eurer Kinder bemüht.
Ebenso sollte sich jede Ahmadi-Frau, allen voran die Waqifa-e-Nau, stets durch aufrichtige Demut auszeichnen. Unabhängig davon, ob ihr die Gelegenheit erhaltet, einer Pflicht nachzugehen oder eine gute Tat zu vollbringen, darf eure Motivation niemals dem Verlangen entspringen, andere zu beeindrucken oder deren Lob zu ernten. Vielmehr sollten all eure Anstrengungen ausschließlich von dem reinen Streben getragen sein, die Liebe und Nähe Allahs, des Erhabenen, zu erlangen. Wenn euch beispielsweise eine Verantwortung innerhalb der Jamaat übertragen wird oder ihr zu einem Dienst bei Jalsas oder Ijtemas eingeteilt seid, so solltet ihr diese Aufgaben ausschließlich um Allahs willen und zur Erlangung Seines Wohlgefallens erfüllen, anstatt nach weltlicher Anerkennung oder Belohnung zu trachten.
Bedenkt stets, dass das Herzstück eures Waqf der Geist der Aufopferung ist. Gelegentlich äußern Frauen, dass ihnen aufgrund familiärer oder beruflicher Verpflichtungen die Zeit fehle, sich der Anbetung Allahs zu widmen oder ihren religiösen Aufgaben nachzukommen. Die Erfüllung der gottesdienstlichen Gebote ist jedoch von allergrößter Bedeutung. Daher müsst ihr bereit sein, andere Dinge hintanzustellen, um den Rechten Allahs gerecht zu werden. Über eure Pflichtgebete hinaus solltet ihr täglich Nawafil verrichten sowie für euch und eure zukünftigen Generationen beten. Auf diese Weise werdet ihr – so Allah will – euren Kindern und den kommenden Generationen ein Vermächtnis an Frömmigkeit, edelster Moral und tiefem Glauben hinterlassen.
Wie ich bereits erwähnte, erlegt der Heilige Qur’an muslimischen Frauen die Wahrung des Parda auf. Als Waqifa-e-Nau sollten eure Maßstäbe diesbezüglich am höchsten sein. Wenn ihr mit gutem Beispiel vorangeht, werdet ihr für andere eine Quelle der Zuversicht sein und dazu beitragen, ihnen den wahren Wert der Schamhaftigkeit zu vermitteln. Vergesst niemals, dass ihr mit der erhabenen Bestimmung geboren wurdet, die Welt zu ihrem Schöpfer zurückzuführen.
Wenn Unwissende behaupten, euer Glaube sei für euch wie ein Gefängnis, dann widerlegt sie und zeigt ihnen, über welch immense Kraft und Stärke ihr verfügt. Erklärt ihnen selbstbewusst, dass wir wahrhaft befreit und losgelöst von den Fesseln des Materialismus, der Ungerechtigkeit und der Vulgarität sind, welche die moderne Gesellschaft gefangen halten. Wenn ihr also fest entschlossen seid, eure religiösen Ziele zu verwirklichen, so seid ihr als Waqf-e-Nau dazu bestimmt, die Welt zu führen, so Allah will. Unterschätzt euch niemals selbst. Setzt vielmehr alles daran, eine spirituelle und moralische Revolution zu entfachen, die diese Welt in eine Oase des Friedens, der Liebe und des Wohlstands verwandelt.
Dies ist der Jihad unserer Zeit. Deshalb betone ich nochmals: Ihr solltet euch stets vergegenwärtigen, dass eure Bildung und euer Wissen ohne jeglichen Wert bleiben, sofern sie euch nicht dazu befähigen, der Menschheit und eurem Glauben zu dienen. Andernfalls unterscheidet sich euer akademischer Erfolg oder eure Leistung in nichts von den Erfolgen anderer Menschen. Wenn ihr jedoch aufrichtig danach strebt, eurem Glauben und der Menschheit zu dienen, werdet ihr, so Allah will, große Erfolge erzielen und von Allah reichlich belohnt werden. Um wirklich erfolgreich zu sein und dieser Welt ein positives Vermächtnis zu hinterlassen, müsst ihr eine wahre Leidenschaft für den Dienst an eurem Glauben hegen und sicherstellen, dass ihr und eure Kinder im Einklang mit den islamischen Lehren lebt.
Die Geschichte belegt, dass Frauen stets an vorderster Front standen, wenn es darum ging, Opfer für ihre religiösen Überzeugungen zu erbringen. So wird beispielsweise in der Bibel, im Matthäusevangelium, erwähnt, dass es die Jüngerinnen des Propheten Jesus (as) waren, die sich drei Tage nach der Kreuzigung zu seinem Grab wagten, während die männlichen Jünger, vor Angst erstarrt, in ihren Verstecken blieben. Diese mutigen Frauen nahmen um ihres Glaubens willen enorme Risiken auf sich. Als sie dann feststellten, dass das Grab leer war, entdeckten sie zu ihrem Erstaunen, dass Jesus (as) am Leben war, und nahmen seine Grüße voller Freude entgegen.
Diese hingebungsvollen Frauen, als Anhängerinnen des Messias von Moses (as), waren bereit, für ihren Glauben große Opfer zu erbringen. Wenn sie dazu imstande waren, ist es dann für euch, die ihr Anhängerinnen des Messias von Muhammad (saw) seid und den Eid abgelegt habt, euer Leben in den Dienst des Islam zu stellen, nicht umso wichtiger, noch weit größere Opfer für euren Glauben zu erbringen? Zweifelsohne haben im Laufe der islamischen Geschichte zahllose muslimische Frauen unglaubliche Opfer erbracht. Sie waren sich ihrer persönlichen Verantwortung beim Herbeiführen des spirituellen Triumphs des Islam vollends bewusst.
Ich habe bereits Hadhrat Aisha (ra) und ihre wissenschaftlichen Verdienste für den Islam erwähnt. Gleichermaßen erwiesen sich muslimische Frauen bei diversen Expeditionen und Verteidigungskriegen zur Zeit des Heiligen Propheten (saw) und während des Khilafat-e-Raschida als unerschütterliche Stützen. Einige muslimische Frauen kämpften sogar an vorderster Front, während andere die Verwundeten mit tiefem Mitgefühl und Gewissenhaftigkeit pflegten. Diese edlen historischen Vorbilder sind weit mehr als bloße Geschichten, die man lediglich liest. Sie sollten euch allen vielmehr als tiefgreifendes Beispiel dienen und verdeutlichen, welch überaus hohen Stellenwert die Frau im Islam genießt. Nun liegt es in eurer Verantwortung, diesen Status zu wahren und in ihre Fußstapfen zu treten, indem ihr die wahren Lehren des Islam verinnerlicht und bereit seid, für euren Glauben jegliches erforderliche Opfer zu erbringen. Dies ist die Pflicht aller Ahmadi-Frauen und -Mädchen, ganz besonders aber jener, die gelobt haben, der Sache des Islam bis zu ihrem letzten Atemzug zu dienen.
Bevor ich nun zum Ende komme, möchte ich euch daher daran erinnern, dass ihr unermüdlich danach streben müsst, die Botschaft des Islam zu verbreiten, der Menschheit zu dienen und die heranwachsende Generation zu erziehen und zu leiten. Haltet vor allem euer Gelübde in Ehren, indem ihr eurem Glauben Vorrang vor allen weltlichen Angelegenheiten einräumt und bestrebt seid, stets nach den Geboten Allahs zu handeln. Unabhängig von eurer weltlichen Bildung oder euren sonstigen Verpflichtungen, fasst den festen Entschluss, euer religiöses Wissen durch die Lektüre des Qur’an und seiner Kommentare zu erweitern. Ebenso müsst ihr die Schriften des Verheißenen Messias (as), der Kalifen und weitere Jamaat-Literatur lesen, denn religiöses Wissen ist der Katalysator zur Selbstverbesserung und zugleich das Fundament, um eure Kinder anzuleiten.
Abschließend möchte ich den anwesenden jüngeren Mädchen, einschließlich der Nasirat, sagen: Auch ihr solltet stets danach streben, in eurer schulischen Laufbahn herausragende Leistungen zu erbringen. Darüber hinaus müsst ihr trotz eures jungen Alters fest in eurem Glauben verankert sein. Lasst niemals zu, dass die Meinungen anderer eure Glaubensüberzeugungen beeinflussen oder gar dazu führen, dass ihr euch für eure Religion schämt. Solltet ihr jemals wegen eurer bedeckenden Kleidung gehänselt oder verspottet werden, so lasst euer Selbstbewusstsein dadurch nicht erschüttern. Entgegnet diesen Menschen, dass sie euch ruhig verspotten können, dass es ihnen aber niemals gelingen wird, euren Glauben oder eure religiöse Praxis zu schwächen. Erklärt ihnen, dass ihr einem weit höheren Ziel folgt: nämlich dem moralischen Verfall dieser Welt entgegenzutreten und die Kluft zu überwinden, die heutzutage zwischen einem Großteil der Menschheit und Gott, dem Allmächtigen, besteht.
Anstatt euch von eurem Glauben abzubringen, sollten euch deren Anfeindungen vielmehr anspornen, eure moralischen Qualitäten weiter zu verbessern und euer religiöses Wissen zu mehren. Seid selbstbewusst und habt Vertrauen darauf, wer ihr seid. Vergesst niemals, dass wahrer Frieden und wahre Zufriedenheit einzig in der Nähe Allahs zu finden sind. Um dies zu erlangen, müsst ihr sowohl Seine Rechte als auch die Rechte der Menschheit erfüllen. Wenn ihr mit solcher Frömmigkeit und Güte handelt, werdet ihr, so Allah will, zu wahren Leuchttürmen werden, die den Weg zu Erfolg und Erlösung erhellen.
Mit diesen Worten bete ich, dass Allah euch alle segnen und befähigen möge, dem Gelübde, das ihr eurem Glauben gegenüber abgelegt habt, ein Leben lang gerecht zu werden. Möget ihr alle durch eure edlen und rechtschaffenen Eigenschaften dazu beitragen, der gesamten Welt die Wahrheit und Schönheit des Islam zu offenbaren. Amin. Schließt euch mir nun im stillen Gebet an.
Checkliste für den Alltag
Khutba für Kinder
MTA Germany
Der vollständige Text der Ansprache, strukturiert und durchsuchbar.
Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).
Praktische Umsetzung als Checkliste.
Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.
Teste dein Wissen zur Ansprache mit Fragen auf Deutsch.
Teste dein Wissen mit Fragen in Urdu.
Ansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles
MTA GermanyIn der Abschlussansprache anlässlich des nationalen Ijtema der Waqifeen-e-Nau in Großbritannien vom 26. April 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba):
Durch die Gnade Allahs haben Sie sich hier zum nationalen Waqf-e-Nau-Ijtema versammelt. Und heute sind auch Waqf-e-Nau aus Kanada unter uns. Als Waqf-e-Nau zeichnen Sie sich in besonderer Weise dadurch aus, dass Sie zu einer Gruppe von Menschen gehören, deren Eltern bereits vor Ihrer Geburt das heilige Gelübde ablegten, Ihr Leben dem Dienst für den Islam zu weihen. Darüber hinaus haben Sie sich nach Erreichen der Reife freiwillig dazu entschlossen, diesen Bund zu erneuern. Auf diese Weise haben Sie das Gelübde Ihrer Eltern zu Ihrer eigenen, lebenslangen Mission gemacht.
Ich möchte an dieser Stelle auch unmissverständlich betonen, dass dieser Weg keinerlei Zwang unterliegt. Sobald Sie ein Alter erreicht haben, in dem Sie die Tragweite dieser Entscheidung erfassen können, stellt die Jamaat jeden von Ihnen vor die Wahl, das Gelübde der Eltern entweder zu bekräftigen oder aus der Waqf-e-Nau-Initiative auszutreten. Sollten Sie sich für einen Austritt entscheiden, begehen Sie damit keine Sünde, und niemand darf Sie deshalb abfällig beurteilen. Vielmehr ist ein wahrhaftiges Handeln genau das, was Allah, der Allmächtige, von uns verlangt und was Ihm wohlgefällt. Wenn Sie also offen und ehrlich erklären, dass Sie nicht in der Lage sind, Ihrem Waqf gerecht zu werden, so ist dies Ihr gutes Recht. Im Laufe der Jahre hat eine Reihe von Personen den Wunsch geäußert, aus der Initiative auszuscheiden, und diesem Wunsch wurde stets stattgegeben.
Obwohl dies ihr Vorrecht ist, dürfen sie ihre Pflichten als Ahmadis nicht vergessen. Sie sollten stets bestrebt sein, die Bedingungen der Bai’at in Ehren zu halten sowie den Rechten Allahs und den Rechten der Mitmenschen nachzukommen. Diejenigen jedoch, die das Gelübde als Waqf-e-Nau willentlich erneuern, müssen sich mit vollkommener Aufrichtigkeit bemühen, diesem auch gerecht zu werden. Sie müssen erkennen, dass der Maßstab an Hingabe, der von einem Waqf-e-Nau erwartet wird, weit über dem anderer Ahmadis liegt.
Da dieses Ijtema speziell für die Waqifeen-e-Nau veranstaltet wird, werde ich nun die grundlegenden Werte darlegen, die Sie in sich verankern müssen, um Ihren Pflichten nachzukommen und sich zu herausragenden Dienern der Jamaat zu entwickeln. Die meisten von Ihnen haben mittlerweile ein Alter der Reife und Einsicht erreicht. Tatsächlich sind viele von Ihnen bereits verheiratet und haben eigene Kinder. Daher müssen Sie verinnerlichen, dass nun die Zeit gekommen ist, Ihr Gelübde in vollem Umfang sichtbar zu machen und zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund werde ich nun, basierend auf den Worten und Anweisungen des Verheißenen Messias (as), kurz seine Erwartungen hinsichtlich der Erfüllung unserer religiösen Pflichten und des Erlangens der Stufe wahrer Gläubiger darlegen.
Als Waqf-e-Nau muss Ihre Grundeinstellung sein, dass Sie die Hauptadressaten dieser Anweisungen sind und dass Sie diese mit weitaus größerem Eifer und größerer Hingabe befolgen müssen als jeder andere. Wenn Sie nach diesen Weisungen handeln, werden Sie als wahrhafte Ahmadi-Muslime leben und Ihr Gelübde als Waqf-e-Nau erfüllen. Eine grundlegende Anweisung des Verheißenen Messias (as) lautete, dass seine Anhänger jederzeit höchste moralische Maßstäbe und Umgangsformen an den Tag legen müssten. Er betonte, dass ein Mensch niemals zulassen darf, dass seine Triebhaftigkeit, sein Zorn oder sein Ego die Kontrolle über seine Worte oder seine Taten übernimmt. Ebenso wenig darf er zulassen, dass seine Emotionen ihn dazu verleiten, die Gefühle seiner Mitmenschen zu verletzen.
Der Verheißene Messias (as) erklärte des Weiteren, dass es Allahs Wunsch sei, dass jene, die sich ihm angeschlossen haben, zu Vorbildern moralischer Vortrefflichkeit werden, denen andere nacheifern. Daher müssen Sie als Waqf-e-Nau nicht nur selbst höchste moralische Werte vorleben, sondern darüber hinaus zu den treibenden Kräften für die spirituelle und moralische Reform Ihrer Mitmenschen werden. Zwar sollte jeder Ahmadi ein positives Vorbild sein, doch auf Ihnen als Waqf-e-Nau lastet diese Verantwortung umso schwerer. Schließlich haben Sie den Verheißenen Messias (as) nicht nur akzeptiert, sondern auch das Gelübde abgelegt, an vorderster Front zu dienen und Ihrem Glauben absoluten Vorrang vor allen weltlichen Dingen zu geben.
Sollten Sie es versäumen, Ihren grundlegenden Pflichten nachzukommen, wird sich die Welt zu Recht fragen, wie Sie behaupten können, dem Glauben den Vorrang zu geben, während der Standard Ihres Gottesdienstes unzureichend bleibt. Man wird hinterfragen, weshalb Ihr Verhalten nicht mit Ihren religiösen Lehren im Einklang steht. Anstatt sich von Ihrem Charakter angezogen zu fühlen, werden sich die Menschen abwenden und Ihre Behauptungen als hohl und unaufrichtig abtun. Es ist somit Ihre Pflicht, ein derart überzeugendes und kraftvolles Vorbild zu sein, dass sich andere von Natur aus zu Ihnen hingezogen fühlen und Sie als ein wahrhaftiges Leitbild betrachten.
Darüber hinaus wies der Verheißene Messias (as) an, dass unser Glaube an die Einheit Gottes, Tauhid, bedingungslos und unerschütterlich sein müsse. Zudem müssen die Majestät und die Erhabenheit Allahs fest in unseren Herzen verankert sein. Ein wahrhafter Gläubiger sollte sich der Macht und Erhabenheit Allahs derart bewusst sein, dass dies eine ehrfürchtige Furcht in ihm weckt und er niemals eine Tat begehen würde, die Ihm missfallen könnte. Ihre Dankbarkeit und Liebe zu Allah sollten in Ihnen das brennende Verlangen entfachen, all Ihre gottgegebenen Fähigkeiten einzusetzen, um Sein Wohlgefallen zu erlangen und zu einem rechtschaffenen sowie wertvollen Mitglied der Jamaat zu werden. Wenn die Welt auf Sie blickt, sollte sie erkennen, dass die Anhänger des Verheißenen Messias (as) Menschen sind, die sich durch herausragende Moral auszeichnen und gänzlich von der Ehrfurcht vor der Erhabenheit und Barmherzigkeit Allahs durchdrungen sind.
Der Verheißene Messias (as) wies weiterhin an, dass seine Anhänger sich durch Rechtschaffenheit, Taqwa, auszeichnen müssten. Jede unserer Handlungen sollte dabei von einer tiefen Liebe zu Allah sowie der aufrichtigen Furcht, Ihm zu missfallen, geleitet sein. Dies ist ein Thema, das ich in meinen Freitagsansprachen häufig aufgreife, da der Verheißene Messias (as) lehrte, dass Taqwa die Essenz der islamischen Lehre und das Fundament unseres Glaubens bildet. Tatsächlich weist uns Allah im Heiligen Qur'an bei mehr als 100 Gelegenheiten auf die Wichtigkeit von Taqwa hin. Denken Sie also stets daran: Nur wenn wir wahrhafte Rechtschaffenheit in unseren Herzen tragen, können wir zu aufrichtigen Ahmadis, wahren Waqf-e-Nau und hingebungsvollen Waqif-e-Zindagi werden.
In Bezug auf Taqwa lehrte der Verheißene Messias (as), dass wahre Rechtschaffenheit voraussetze, dass unsere Worte und Taten in vollkommener Harmonie zueinander stünden. Wenn unsere Taten im Widerspruch zu unseren Worten stehen, bedeutet dies, dass Heuchelei in unsere Herzen eingekehrt ist. Es bedeutet, dass wir nicht fürchten, Allahs Missfallen auf uns zu ziehen. Anstatt den Lohn Allahs zu erlangen, verfallen solche Menschen der Sünde und ziehen Sein Missfallen auf sich. Daher müssen Sie alle in sich gehen und prüfen, ob Sie tatsächlich bestrebt sind, diesen hohen Maßstäben gerecht zu werden. Sollten Sie in der Vergangenheit moralische oder spirituelle Schwächen gezeigt haben, so müssen Sie das aufrichtige Gelübde ablegen, von diesem Moment an alles daran zu setzen, eine spirituelle Transformation in Ihrem Leben herbeizuführen.
Fassen Sie den festen Entschluss in Ihrem Herzen, dass alles, was Sie sagen und tun, von dem Wunsch geleitet sein soll, die Nähe Allahs zu erlangen. Denken Sie daran: Es ist niemals zu spät, eine positive Veränderung in Ihrem Leben herbeizuführen. Die Pforten zu Allahs Barmherzigkeit und Gnade stehen denjenigen, die aufrichtig danach suchen, stets offen.
Der Verheißene Messias (as) erklärte ferner, dass Allah uns mit vielerlei Anlagen und Fähigkeiten gesegnet habe. Diese wurden uns jedoch nicht verliehen, damit wir sie für nutzlose Dinge verschwenden oder vergeuden. Vielmehr wurden sie uns für einen erhabenen und edlen Zweck gewährt. Daher dürfen wir diese gottgegebenen Gaben niemals missbrauchen. Wir müssen sie im Streben nach dem Guten und im Dienste des Glaubens einsetzen und dürfen sie niemals für böse Taten oder unmoralische Praktiken verwenden.
Heutzutage hören wir oft von der technologischen Revolution, die sich in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat. Doch anstatt die Menschheit voranzubringen, treiben diese modernen Technologien die Menschen allzu oft in Richtung von Lastern und zerstörerischen Einflüssen. Ohne Frage befeuern das Internet, soziale Medien, Videospiele und andere Plattformen eine Flut an Unmoral und Fehlinformationen. Sie vergiften die Gedanken und treiben junge Menschen in Richtung von Verdorbenheit, Schamlosigkeit und zerstörerischen Süchten. Diese Plattformen sind darauf ausgerichtet, uns von unserer wahren Bestimmung abzubringen und moralische Werte zugunsten von Profit und der Förderung einer gottlosen Agenda auszuhöhlen.
Angesichts solch destruktiver Einflüsse müssen Sie absolute Selbstbeherrschung und Disziplin beweisen. Anstatt zu kapitulieren und Ihre moralischen Werte sowie Ihr Potenzial flüchtigen Versuchungen zu opfern, müssen Sie die Kontrolle über Ihre Emotionen bewahren und sicherstellen, dass Ihre gottgegebenen Fähigkeiten auf positive Weise zum Einsatz kommen. Diejenigen, die dies tun, werden sogleich von Allah belohnt. Im Heiligen Qur'an spricht Allah, der Allmächtige: قد افلح المؤمنون – „Erfolg fürwahr krönt die Gläubigen.“
Um diesen Erfolg zu erlangen, lehrte der Verheißene Messias (as), sei das rituelle Pflichtgebet von essenzieller Bedeutung. Ein Gläubiger müsse die fünf täglichen Gebete gewissenhaft verrichten. Darüber hinaus müssen unsere Gebete in einem Zustand vollkommener Demut und gänzlicher Unterwerfung vor Allah, dem Allmächtigen, verrichtet werden. Die Aufmerksamkeit müsse völlig und ausschließlich auf Allah gerichtet sein. Es darf nicht sein, dass man das Gebet in Eile verrichtet, nur um einer bloßen Pflicht nachzukommen. Vielmehr sollte die innere Haltung zu Beginn eines jeden Gebets so beschaffen sein, als trete man vor den Thron Allahs, um Ihm all seine Wünsche und Bedürfnisse vorzutragen. Man sollte sich derart inbrünstig in das Gebet vertiefen, dass einem unweigerlich die Tränen kommen, während man sich voller Hingabe vor seinem Schöpfer verneigt.
Flehen Sie Ihn um Seine Hilfe und Seine Barmherzigkeit an, auf dass Sie zu den Rechtschaffenen gezählt werden – zu jenen, die sich die Tugend zu eigen machen und der Sünde fernbleiben. Beten Sie aus tiefstem Herzen darum, dass Allah Sie befähigt, die von Ihm verliehenen Talente und Anlagen so einzusetzen, dass sie Sein Wohlgefallen erregen und zu Seiner Nähe führen. Dies ist der Schlüssel zum Erfolg, der zur Erhörung der Gebete führt.
In der heutigen Zeit neigen die Menschen rasch dazu, ihrem Frust Ausdruck zu verleihen und über ihr vermeintliches Unglück zu klagen, ohne auch nur ein Mindestmaß an Geduld oder Selbstreflexion an den Tag zu legen. Viele, darunter auch einige Waqf-e-Nau, beklagen sich vorschnell über Kleinigkeiten oder darüber, dass weltliche Wünsche nicht sofort in Erfüllung gegangen sind. Der Verheißene Messias (as) lehrte uns jedoch, dass unsere tiefste Sorge und unsere größte innere Unruhe – weit über jeden weltlichen Verlust oder jegliche Prüfung hinaus – der Frage gelten sollte, ob wir uns wahrhaftig auf dem Pfad der Rechtschaffenheit befinden. Er erklärte, wenn ein Mensch ernsthaft über seinen spirituellen Zustand betrübt sei und sich über alles andere hinaus nach der Liebe Allahs sehne, werde er erleben, wie Erfolg und Wohlstand ihm gleichsam in Strömen zufließen.
Weiterhin führte er aus, dass jedem, der nach wahrer Vortrefflichkeit, ewiger Glückseligkeit und vor allem nach dem Wohlgefallen Allahs strebe, ein klarer und eindeutiger Weg vorgegeben sei: der Heilige Qur'an. Wer dessen Lehren befolgt, erlangt nicht nur spirituellen Frieden, sondern gewinnt überdies die Herzen seiner Familie, seiner Mitmenschen, Nachbarn und der gesamten Gesellschaft. Behalten Sie daher stets im Gedächtnis, dass der Heilige Qur'an unser höchstes und wichtigstes Leitlicht ist. Vertiefen Sie sich in sein Studium und seien Sie bestrebt, nach all seinen göttlichen Geboten zu handeln.
Allah hat unmissverständlich dargelegt, was richtig und was falsch ist. Wenn Sie diese qur'anischen Lehren in Ihr Wesen aufnehmen, werden sich andere ganz von selbst zu Ihnen hinterzogen fühlen, und Ihre Worte werden eine tiefe Wirkung entfalten. Mitunter entwickeln junge Menschen Komplexe, die ihnen das Gefühl geben, sie müssten ihren Glauben verbergen, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Vergessen Sie jedoch nicht, dass Ihre Mitmenschen Sie respektieren und schätzen werden, solange Sie Ihrem Glauben aufrichtig verbunden bleiben und das, was Sie verkünden, auch tatsächlich vorleben. Tauchen Sie daher in das himmlische Licht des Qur'an ein und streben Sie danach, all seine Gebote in die Tat umzusetzen.
Bei einer anderen Gelegenheit führte der Verheißene Messias (as) aus, dass man, um das Herz und den Verstand seiner Mitmenschen nachhaltig und positiv zu beeinflussen, zunächst den eigenen Zustand verbessern und sicherstellen müsse, dass das eigene Verhalten stets von Wahrheit und Rechtschaffenheit geleitet sei. Dementsprechend ist es unerlässlich, dass man unentwegt über den eigenen Charakter reflektiert und bestrebt ist, die eigenen Schwächen abzulegen. Was die Unterscheidung zwischen Richtig und Falsch betrifft, so sollte ein Gläubiger, wie ich bereits erwähnte, stets den Heiligen Qur'an als unmittelbare Richtschnur heranziehen.
Im Lichte der islamischen Lehren spornte der Verheißene Messias (as) seine Anhänger zudem dazu an, nach Wissen zu streben. Er lehrte, dass wahre Intelligenz und Verständnis unmittelbar mit Rechtschaffenheit einhergehen und dass Weisheit und Weitsicht unerreichbar sind, wenn man sich nicht Allah zuwendet. Den Glauben an Allah zu beteuern, ist ein Leichtes, doch um diesen Anspruch zu untermauern, müssen wir uns Ihm zu jeder Zeit zuwenden. Ein Atheist oder Ungläubiger mag all seine Errungenschaften der eigenen Intelligenz und persönlichen Anstrengung zuschreiben. Ohne Zweifel wird er ein gewisses Maß an Erfolg erzielen, wenn er hart arbeitet. Da es ihm jedoch an göttlicher Führung mangelt, sind seinem Wissen und seinen Fähigkeiten zwangsläufig Grenzen gesetzt. Wenn daher ein Atheist und ein aufrichtiger Gläubiger auf demselben Gebiet tätig sind, wird der Gläubige, der Allah um Führung und Beistand bittet, letztendlich einen weitaus reicheren Lohn und weitaus beständigeren Erfolg ernten.
Was unsere Jamaat anbelangt, so haben wir bis dato erst ein einziges wahrlich herausragendes Beispiel eines Ahmadi erlebt, der den Gipfel der wissenschaftlichen Welt erklommen hat: Dr. Abdus Salam. Bei all seinen bahnbrechenden Forschungen schöpfte er bei jedem Schritt seines Weges Inspiration aus dem Heiligen Qur’an. Heute gibt es durch die Gnade Allahs ebenfalls viele Ahmadis, die sich in der Wissenschaft, der Forschung und den unterschiedlichsten beruflichen Disziplinen durch herausragende Leistungen auszeichnen. Ihre Arbeit findet unter Fachkollegen große Anerkennung, und ihre Beiträge erzielen in ihren jeweiligen Fachgebieten eine äußerst positive Wirkung.
Dennoch liegt noch ein langer Weg vor uns. Unsere Jamaat muss bestrebt sein, noch wesentlich mehr Menschen hervorzubringen, die einerseits die Herrlichkeit Allahs bezeugen und andererseits die höchsten Gipfel des menschlichen Wissens erklimmen. Während der Ära von Hadhrat Khalifatul Masih III. (rh) wurde Dr. Salam Sahib mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Der Dritte Kalif selbst besaß eine ausgeprägte Leidenschaft für Bildung und Wissenschaft. Aus diesem Grund rief er ein Programm ins Leben, durch das er die Ahmadis eindringlich dazu anspornte, wissenschaftliche Exzellenz anzustreben und in die Fußstapfen von Dr. Salam zu treten. Er erklärte, um dieses Ziel zu erreichen, sei es erforderlich, dass die Ahmadis unermüdlich nach Exzellenz in ihren Fachgebieten streben und gleichzeitig alles daransetzen, eine innige Beziehung zu Allah, dem Allmächtigen, aufzubauen.
Während jene, die die Existenz Gottes leugnen, durchaus die Früchte ihrer Arbeit ernten mögen, macht sich ein Gläubiger, der Allahs Beistand abtut und seine Erfolge als reines Resultat der eigenen Bemühungen betrachtet, der Heuchelei und des Betrugs schuldig. Um folglich wahrhaft erfolgreich zu sein, muss ein Gläubiger gemäß den Geboten Allahs handeln und dies mit unermüdlichem Fleiß sowie aufrichtigem Gebet vereinen. Wenn ein Ahmadi sich auf diese Weise dem Streben nach Wissen widmet, wird er erleben, wie die Segnungen Allahs gleichsam auf ihn herabregnen, und ihm wird ein Erfolg nach dem anderen zuteilwerden.
Im Hinblick auf das Streben nach Wissen merkte der Verheißene Messias (as) an, dass gewisse Geistliche oder Gelehrte die Wissenschaft als Gefahr betrachteten und der Auffassung seien, sie entfremde die Menschen von der Religion und dem Glauben an Gott. Der Verheißene Messias (as) wies diese Ansicht kategorisch zurück. Er betonte, dass menschliche Erkenntnis und Erleuchtung von Allah ausgehen und es demzufolge keinen Grund gebe, sich vor wissenschaftlichen Entdeckungen zu fürchten. Er rief seine Anhänger dazu auf, sich den modernen Wissenschaften zu widmen, und bekräftigte nachdrücklich, dass Rationalität und Vernunft in völligem Einklang mit den Lehren des Islam stünden.
In Wahrheit war es ein Mangel an wissenschaftlichen Kenntnissen und Verständnis, der gewisse religiöse Vertreter dazu verleitete, die moderne Wissenschaft abzulehnen. Ihre Unwissenheit ließ sie schutzlos und angsterfüllt zurück. Es war daher kaum verwunderlich, dass Atheisten dieses Zögern als Beweis dafür aufgriffen, dass Wissenschaft und Religion grundlegend unvereinbar seien. Der Verheißene Messias (as) widerlegte diese Behauptungen jedoch. Er betonte vielmehr, dass die Gläubigen sich wissenschaftliches Wissen aneignen und in dieser Hinsicht keinerlei Angst oder Minderwertigkeitskomplex hegen sollten. Er legte dar, dass Verstand und Wissen wie eine sort spirituelles Licht vom Himmel herabsteigen und dass intelligente Köpfe, die über die nötige Aufnahmefähigkeit verfügen, beständig nach dieser Erleuchtung streben.
Er veranschaulichte dies mit einem wunderschönen Gleichnis: Wenn der Regen vom Himmel fällt, hängt dessen Wirkung von dem Boden ab, auf den er trifft. Fällt der Regen auf fruchtbaren Boden, so zieht die Erde Nutzen daraus und bringt schöne, duftende Blumen sowie üppige Ernten hervor. Fällt derselbe Regen jedoch auf unfruchtbaren Boden, so sprießen daraus lediglich Unkraut und Dornen. Der Verheißene Messias (as) erklärte, dass dasselbe auch auf die menschliche Intelligenz zutreffe. Wenn ein Mensch aufrichtig daran glaubt, dass Allah der Schöpfer der Welten ist, und sich ernsthaft darum bemüht, Seine Schöpfung zu verstehen, dann öffnet Allah dessen Verstand auf eine Weise, die es ihm ermöglicht, andere zu übertreffen. Sein Verstand wird zu einem fruchtbaren Boden, der das Licht des Wissens aufnimmt, welches anderen verborgen bleibt.
Wie ich bereits erwähnte, wies der Verheißene Messias (as) die Ansichten jener Geistlichen zurück, die behaupteten, die Wissenschaft sei gefährlich und müsse strikt gemieden werden. Er beschrieb, dass die Seelen solcher Geistlichen im Angesicht der Philosophie und der modernen Forschung zitterten. Sie fürchteten die Wissenschaft, weil sie diese nicht verstanden und nicht die Weisheit besaßen, zu erkennen, dass sie in Wahrheit Hand in Hand mit den Lehren des Islam geht. So spornte der Verheißene Messias (as) seine Anhänger nicht nur dazu an, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu streben, sondern ihre Entdeckungen zur Untermauerung der islamischen Lehren zu nutzen und deren Wahrhaftigkeit zu beweisen.
Dies stellt für euch alle als Waqf-e-Nau eine große Herausforderung dar. Während Atheisten versuchen, sich der Wissenschaft zu bedienen, um die Existenz Gottes zu widerlegen, ist es eure Pflicht – insbesondere jener unter euch, die eine Begabung und ein Interesse an der Wissenschaft hegen –, diese zu nutzen, um Seine Existenz zu beweisen. Strebt danach, die Vorwürfe, die gegen die Religion erhoben werden, durch die Kraft des Verstands und der Rationalität zu entkräften. Gegenwärtig dienen einige von euch hauptberuflich als Waqif-e-Zindagi, während die Mehrheit entweder außerhalb tätig ist oder sich noch im Studium befindet.
Unabhängig von dem Pfad, für den ihr euch entschieden habt, müsst ihr versuchen, darin die Spitze zu erreichen. Wann immer ihr darin Erfolge oder einen Durchbruch erzielt, sollt ihr der Welt verkünden, dass das von euch erlangte Wissen durch das Wort Gottes inspiriert wurde und dass sich die Lehren Allahs durch die Wissenschaft, die Natur und die gesamte uns umgebende Welt praktisch manifestieren. Zugleich dürft ihr jedoch niemals zulassen, dass das Streben nach Wissen auch nur den Hauch von Arroganz in euch weckt oder euch von eurem Glauben entfremdet. Der Verheißene Messias (as) warnte eindringlich, dass manche Menschen derart von ihrem eigenen Wissen und ihrer Bildung geblendet seien, dass sie sich – anstatt die Nähe Allahs zu suchen – jenen anschließen, die der falschen Annahme verfallen, Wissenschaft und Religion stünden im Widerspruch zueinander. In der Folge fokussieren sie sich vollends auf weltliches Wissen und wenden sich innerlich von Gott ab.
Als Waqf-e-Nau müsst ihr diese Warnung unbedingt beherzigen und gegenüber jeglicher Form von Hochmut äußerst wachsam bleiben. Während ihr bei eurem Wissensdrang stets nach Spitzenleistungen strebt, dürft ihr niemals die Rechte der Anbetung vernachlässigen, die ihr Allah, dem Allmächtigen, schuldet. Von entscheidender Bedeutung ist, dass ihr keines der fünf täglichen Gebete jemals versäumt. Ihr müsst den Heiligen Qur’an täglich rezitieren und studieren und ebenso die Bücher des Verheißenen Messias (as) sowie andere religiöse Lektüren lesen.
Überdies erklärte der Verheißene Messias (as), ein Grundpfeiler des Glaubens verlange von uns, dass wir insbesondere in unseren eigenen vier Wänden die höchsten moralischen Maßstäbe anwenden. Behandelt eure Familie daher mit aufrichtiger Liebe und Mitgefühl und stellt sicher, dass in eurem Zuhause stets eine Atmosphäre liebevoller Zuneigung herrscht. Auf diese Weise wird euer Familienleben gleichermaßen zu einem lebendigen Zeugnis für die Segnungen des Waqf-e-Nau werden. Andere werden erkennen, dass eure Häuser – selbst wenn ihr nicht hauptberuflich im Dienste der Jamaat tätig seid – fortwährend von Allahs Gnade und Barmherzigkeit umhüllt sind. Dies ist der lebendige Beweis dafür, dass jene, die ihr Leben dem Glauben weihen, mit wahrhafter innerer Zufriedenheit und echtem Glück gesegnet werden.
Da sich das Ijtema nun seinem Ende zuneigt, möchte ich euch abschließend noch einmal vergegenwärtigen, was uns der Verheißene Messias (as) gelehrt hat: Der Schlüssel, um jede erdenkliche Form von Erfolg und Wohlstand zu erlangen, liegt einzig und allein in der Rechtschaffenheit. Strebt daher mit aller Kraft danach, diese Rechtschaffenheit zu verinnerlichen, indem ihr stets in vollkommenem Einklang mit den Geboten Allahs handelt.
Nur dann werdet ihr die Nähe Allahs erlangen. Nur dann werdet ihr in den Genuss der Belohnungen und der Segnungen eures Glaubens kommen. Nur dann werden euch die wahren Freuden dieser Welt zuteilwerden. Nur dann wird in euren Häusern tiefe Zufriedenheit einkehren. Nur dann werdet ihr zu einer Quelle des Friedens für eure Mitmenschen. Nur dann werdet ihr ein echtes Vorbild sein. Und nur dann werdet ihr dem Gelübde des Waqf-e-Nau wahrlich gerecht werden.
Möge Allah, der Allmächtige, euch dazu befähigen, das Gesagte zu verinnerlichen und dementsprechend zu handeln, damit ihr den wahren Sinn eures Lebens erfüllt und andere zu Allah führt. Möget ihr alle zu einer Quelle von nachhaltigem und beständigem Nutzen für die Menschheit werden, möget ihr den Anforderungen eines Waqf-e-Nau in jeder Hinsicht gerecht werden und der Sache des Islam Ahmadiyya zeitlebens mit höchster Hingabe und Auszeichnung dienen. Amin. Schließt euch mir nun zum stillen Gebet an.
Checkliste für den Alltag
Khutba für Kinder
MTA Germany
Nach der Rezitation von tašahhud, taʿawwuz und der Sure al-Fātiḥa sagte Hadhrat Khalifatul Masih VABA:
Heute, mit der Gnade Allahs, nehmt ihr am nationalen Waqf-e-Nau Ijtema [Versammlung] teil, und ich hoffe und bete, dass die verschiedenen Programme euch allen von Nutzen sein werden.
Al-ḥamdu lillāh [aller Preis gebührt Allah], allein im Vereinigten Königreich beträgt die Zahl der Waqifin-e-Nau mittlerweile mehrere Tausend. Gleichzeitig wird eine so große Anzahl von Waqf-e-Nau nur dann von Nutzen sein, wenn alle Waqifin [die der Religion Geweihten] ihre Verantwortungen und die Bedürfnisse der Jamaat tatsächlich erfüllen.
Jedes Jahr treten einige Waqf-e-Nau-Jungen in die Jamia ein und lassen sich zu Missionaren ausbilden. Ebenso qualifizieren sich einige für jene Berufe, die von der Jamaat [Gemeinde] gefordert sind. Beispielsweise benötigen wir Ärzte und Lehrer für unsere Gemeindekrankenhäuser und -schulen. Dennoch besteht der Großteil der Waqifin-e-Nau aus jungen Männern, die ihre weltliche Bildung abgeschlossen haben und nun angestellt sind oder ein eigenes Unternehmen führen.
Solche Waqifin sollten sich fragen, welchen Nutzen sie der Jamaat bringen. Wenn sie ihr Waqf [sich dem Glauben widmen] ernsthaft erfüllen möchten, müssen sie den wahren Geist und die Anforderungen ihres Versprechens verstehen. Einfach ausgedrückt, erfordert euer Versprechen, dass ihr der Jamaat aufrichtig dient, in welcher Weise oder Funktion auch immer, die benötigt wird. Es erfordert, dass ihr, selbst wenn ihr extern arbeitet, sicherstellt, dass ihr neben eurer weltlichen Beschäftigung genügend Zeit und Mühe für die Bedürfnisse der Jamaat und eure eigene spirituelle Entwicklung aufwendet.
Daher sollten die Waqifin-e-Nau, die nun einem weltlichen Beruf nachgehen, nicht nur darauf fokussiert sein, Geld zu verdienen oder ihre Karriere voranzutreiben. Stattdessen sollte ihre Priorität darin liegen, ihre spirituellen und moralischen Standards zu verbessern.
Der Verheißene MessiasAS hat ausführlich über den Wert geschrieben, sein Leben dem Glauben und seinen Anforderungen zu widmen. Bei einer Gelegenheit sagte der Verheißene MessiasAS:
»Ich halte es für meine Pflicht, meiner Gemeinde dies zu raten und diese Botschaft an sie weiterzugeben. Jeder ist frei, sie zu beachten oder zu ignorieren. Wenn jemand von euch Erlösung und ein reines, ewiges Dasein wünscht, der möge sein Leben Allah widmen.«
Der Verheißene MessiasAS fuhr fort:
Lasst jeden von euch streben und sich sehnlichst darum bemühen, den Zustand und Rang zu erreichen, an dem ihr sagen könnt, dass euer Leben, euer Tod, eure Opfer und eure Gebete allein für Allah sind. Und möge eure Seele wie der Prophet AbrahamAS verkünden:
[1]اَسْلَمْتُ لِرَبِّ الْعَالَمِیْن
Ich habe mich dem Herrn der Welten ergeben.
Weiter sagte der Verheißene MessiasAS:
»Solange ein Individuum nicht völlig in Gott versunken ist und sein Leben nicht auf Gottes Weg opfert, kann ihm kein neues Dasein gewährt werden. Daher solltet ihr alle, die ihr euch mit mir assoziiert, erkennen, dass ich die Widmung meines Lebens an Allah als den fundamentalen Zweck meines Daseins betrachte.«
Dann sagte der Verheißene MessiasAS:
»Entsprechend solltet ihr alle tief in eure Seelen blicken und prüfen, ob ihr diese Handlung von mir für euch selbst bevorzugt und die Hingabe und Widmung eures Lebens auf dem Weg Gottes werthaltet.«[2]
Diese tiefgründigen Worte des Verheißenen MessiasAS richten sich an alle Ahmadis, gelten aber insbesondere für euch als Mitglieder des Waqf-e-Nau-Programms. In der Tat sollten diese Worte des Verheißenen MessiasAS jedem, der sein Leben Allah gewidmet hat, einen Schauer über den Rücken jagen, denn sie zeigen, dass die Hingabe des Lebens für Gott keine kleine oder unbedeutende Angelegenheit ist.
Der Verheißene MessiasAS hat gesagt, dass jeder Waqf-e-Zindagi danach streben sollte, sein Versprechen auf die Weise von Hadhrat AbrahamAS einzuhalten, der verkündete und durch seine Taten bewies, dass er völlig gehorsam und treu gegenüber Allah, dem Allmächtigen, stand. Daher sollten eure Herzen stets wachsam und unruhig sein, ob ihr die Anforderungen eures Versprechens erfüllt.
Nur wenn ihr Allah gehorsam seid allein um Seinetwillen, werdet ihr die Rechte Seiner Anbetung erfüllen. Dann werdet ihr das Ritualgebet nicht hastig verrichten, sondern mit völliger Konzentration, Demut und Aufrichtigkeit. Ebenso werdet ihr den Heiligen Qur’an täglich rezitieren und seinen Geboten folgen. Ihr werdet danach streben, euer religiöses Wissen zu erweitern, indem ihr die Literatur der Jamaat lest, insbesondere die Bücher des Verheißenen MessiasAS. Nur dann werdet ihr die Rechte und Anforderungen eures Waqf erfüllen. Nur dann wird sich euer Waqf als ein Mittel zur Selbstreform erweisen. Nur dann werdet ihr erfolgreich darin sein, die Lehren des Islam weltweit zu verbreiten. Wenn ihr treue Diener des Islams seid, werdet ihr gewiss nicht bequem ruhen können, bis die Botschaft und die Lehren des Islam nicht alle Menschen und Länder der Welt erreicht haben.
Mit der Gnade Allahs nähert sich die Zahl der Waqifin-e-Nau weltweit, einschließlich Mädchen und Jungen, der Marke von 100.000. Und ich zweifle nicht daran, dass, wenn alle Waqifin in ihrem Ziel vereint sind und ihr Versprechen von ganzem Herzen erfüllen, bereit für jedes mögliche Opfer für die Sache des Islam zu sein und all ihre Fähigkeiten nutzen, um ihrem Glauben zu dienen, dann werden wir, Inshallah [so Allah will], eine glorreiche moralische und spirituelle Transformation in der Welt erleben.
Doch wir sind noch weit davon entfernt, dies zu erreichen. Stattdessen ist die Menschheit weltweit in schweren Ketten materieller Begierden und trügerischem Glanz und Glimmer weltlicher Attraktionen gefesselt. Unmoral, Verdorbenheit und Korruption haben die heutige Gesellschaft verpestet. Darüber hinaus ist der Frieden und die Sicherheit der Welt sowohl in vielen Ländern intern als auch auf internationaler Ebene zerstört, wo ein loderndes Inferno aus Eifersucht, Hass und Feindschaft unaufhörlich brennt. Tragischerweise werden unschuldige Seelen in Kriegen und Konflikten massakriert, welche keine Grundlage in Gerechtigkeit haben und nur geführt werden, um den eigennützigen und bösartigen Agenden der Reichen und Mächtigen zu dienen.
Unter solchen Umständen, wie ich gestern auch zu den Waqifaat-e-Nau sagte, dürft ihr niemals euer Potenzial und eure Mission unterschätzen. Als Waqf-e-Nau seid ihr beauftragt, eine spirituelle und moralische Revolution in der Welt herbeizuführen. Gewiss könnt ihr dies mit der Hilfe Allahs erreichen, aber nur, wenn ihr euer Versprechen, die schönen Lehren des Islam weltweit zu verbreiten, treu einhaltet. Dies sollte euer Ziel sein, unabhängig davon, ob ihr in den Vollzeitdienst der Jamaat eingetreten seid oder nicht. Entsprechend solltet ihr als Waqifin-e-Nau, ganz gleich, wo ihr euch befindet oder welcher Arbeit ihr nachgeht, regelmäßig Zeit dem Dienst der Jamaat widmen.
Während die Worte des Verheißenen MessiasAS, die ich vorgelesen habe, an alle Ahmadis gerichtet sind, müsst ihr euch als Waqf-e-Nau diese Worte noch mehr als andere zu Herzen nehmen und unermüdlich danach streben, sie umzusetzen. Andernfalls wird euer Anspruch, Waqf-e-Nau zu sein, hohl klingen.
Während er erklärte, was wahrer Glaube und Gehorsam gegenüber Gott ausmacht, erwähnte der Verheißene MessiasAS, wie Allah den Propheten AbrahamAS im Heiligen Qur’an mit den Worten lobte:
[3] وَ اِبْرَاھِیْمَ الَّذِیْ وَفّٰی
»und Abraham, der die göttlichen Gebote erfüllte«.
Diese qur’anischen Worte bezeugen die Tatsache, dass Hadhrat Abraham den mit Allah geschlossenen Bund treu erfüllte. Er befolgte die Gebote Gottes und ertrug schwere Prüfungen und Leiden um Allahs willen mit immenser Geduld und bedingungsloser Loyalität.
So wurde ihm von Allah, dem Allmächtigen, der Titel »der Treue« verliehen. Der Gehorsam von Hadhrat AbrahamAS ist für uns nicht nur eine Geschichte zum Erzählen und Anerkennen. Vielmehr sollte sie jedem von euch als Inspiration dienen. In der Tat solltet ihr sie als persönliche Anweisung betrachten, die den Maßstab an Hingabe und unerschütterlichem Glauben zeigt, der von denen verlangt wird, die ihr Leben ihrem Glauben widmen.
Nur wenn ihr danach strebt, solche vollkommene Treue zu Allah nachzuahmen und an den Tag zu legen, könnt ihr eurem Gelübde gerecht werden. Andernfalls werden der Bund und das Versprechen, das ihr Allah, dem Allmächtigen, gegeben habt, bedeutungslos sein. Darüber hinaus sollte jeder Waqf-e-Nau verstehen, dass das Versäumnis, sein Versprechen zu erfüllen, keine kleine oder triviale Angelegenheit ist. Vielmehr hat Allah, der Allmächtige, gesagt, dass Er diejenigen zur Rechenschaft ziehen wird, die ihre Versprechen nicht einhalten.
Viele von euch sind nun verheiratet, und wenn ihr mich trefft oder mir schreibt, teilt ihr mir voller Freude mit, dass ihr, eure Ehefrau und Kinder alle Teil des Waqf-e-Nau-Programms seid. Das ist alles schön und gut, aber denkt daran, dass euer Waqf und das eurer Familie nur dann von Wert für die Jamaat sein wird, wenn ihr danach strebt, die Anforderungen eures Waqf mit Loyalität und Hingabe zu erfüllen.
Wie ich bereits erwähnt habe, erlangte Hadhrat AbrahamAS die Liebe Allahs in solchem Maße, dass Allah selbst von seinem Glauben mit den Worten وَ اِبْرَاھِیْمَ الَّذِیْ وَفّٰی Zeugnis ablegte.
Als Waqifin-e-Nau fragt ihr euch vielleicht, welches Niveau an Glauben und Gehorsam von euch verlangt wird. Wie soll es gemessen werden? In diesem Zusammenhang sagt der Verheißene MessiasAS:
»Solange eine Person nicht bereit ist, ihre Bindung an die Welt und all ihre Vergnügungen und ihr Prestige völlig auszulöschen und jede Demütigung, Not und Widrigkeit für Gott, den Allmächtigen, zu ertragen, kann die Eigenschaft der Treue nicht entstehen.«[4]
Hier sagt der Verheißene MessiasAS, dass der wahre Glaube und Loyalität zu Allah niemals auf Worte beschränkt sein können. Stattdessen erfordert es, dass eine Person ihre persönlichen Wünsche überwindet. Es erfordert eine Form des Todes, bei dem eine Person ihr Ego und ihre persönlichen Wünsche so weit unterdrückt, dass sie nicht mehr existieren. Es erfordert, dass jeder Atemzug und jede Bewegung der Person allein vom Wunsch geleitet wird, den Geboten Gottes zu folgen. Es erfordert, dass eine Person alle Vergnügungen und Verlockungen der Welt aufgibt. Es erfordert, dass die Person geduldig jede erdenkliche Form von Demütigung, Not und Anstrengung um Gottes Willen erträgt. Und es erfordert, dass eine Person jede Art von Schmerz und Leid erträgt, um das Wohlgefallen Allahs zu erlangen.
Nur wenn eine Person diesen Zustand erreicht, kann sie als jemand betrachtet werden, der sein Versprechen, sein Leben dem Dienst Gottes zu widmen, eingehalten hat.
Wie ich gesagt habe, erzählen mir einige von euch stolz, dass ihr, eure Ehefrau und Kinder alle Teil der Waqf-e-Nau-Initiative seid. Ihr müsst euch jedoch darüber im Klaren sein, dass dadurch eure Verantwortungen wachsen. Ihr müsst nicht nur euer Versprechen erfüllen, sondern auch ein Vorbild für eure Kinder sein, damit der wahre Geist und die Bedeutung von Waqf in ihnen kultiviert wird. Andernfalls, wenn ihr eure Kinder anweist, ihr Versprechen einzuhalten, es aber selbst nicht tut, werden sie bald die Heuchelei eurer Worte durchschauen.
Ein weiterer grundlegender Aspekt, um euer Versprechen zu erfüllen, ist, dass ihr alle Formen des Götzendienstes meiden müsst. In diesem Zusammenhang hat der Verheißene MessiasAS gelehrt, dass Götzendienst nicht auf offensichtliche Handlungen wie das Anbeten eines Baumes oder eines Steins beschränkt ist. Er ist nicht auf die Anhänger jener Religionen oder Glaubensrichtungen beschränkt, die Sonne, Mond oder Sterne verehren. Auch ist er nicht auf diejenigen beschränkt, die bestimmte Menschen so sehr verehren, dass sie zu ihren Götzen werden.
In Wirklichkeit, sagt der Verheißene MessiasAS, ist jede einzelne Sache, die ein Hindernis auf dem Weg zu Allah darstellt oder Vorrang vor Ihm hat, ein Götze. Entsprechend wird eine Person des Götzendienstes schuldig sein, wenn sie zulässt, dass ihre persönlichen Wünsche oder weltliche Einflüsse Vorrang vor Gott, dem Allmächtigen, haben.
Wenn beispielsweise eure Arbeit dazu führt, dass ihr das ṣalāh oder Gebet verpasst oder verspätet betet oder wenn weltliche Aufgaben euch daran hindern, den Heiligen Qur’an zu rezitieren, bedeutet dies, dass eure Arbeit zu einem Götzen geworden ist und dass eure weltlichen Bestrebungen eure Hingabe an Allah in den Schatten stellen. Daher hat der Verheißene MessiasAS gewarnt, dass viele Menschen Götzen beherbergen, ohne es zu merken, und dies sollte für alle Gläubigen ein Grund zu extremer Besorgnis sein.
Gewiss ziemt es sich für keinen Gläubigen, insbesondere wenn er ein Waqif-e-Zindagi ist, zuzulassen, dass seine weltlichen Bestrebungen oder Aktivitäten ein Hindernis für seine Anbetung Gottes und seine spirituelle Entwicklung sowie sein Streben nach religiösem Wissen werden. Daher muss jeder Waqif-e-Zindagi ehrlich über seinen Zustand nachdenken. Stellt sicher, dass eure weltlichen Wünsche niemals ein Maß erreichen, indem sie zu Götzen werden, die Vorrang vor Allah, dem Allmächtigen, haben. Unweigerlich ist das der Weg zum Ruin und eine Ursache dafür, sich von der Liebe und Barmherzigkeit Allahs, des Allmächtigen, abzuschneiden.
Denkt daran, es ist nicht notwendig, dass ein Waqif-e-Nau als Vollzeitbeschäftigter der Jamaat dient, um sein Versprechen zu erfüllen. Stattdessen sollten eure Geisteshaltung und Taten euer Waqf bestimmen. Alles, was ihr tut, sollte darauf abzielen, das Wohlgefallen und die Nähe Allahs, des Allmächtigen, zu erlangen. Die Einhaltung der Lehren des Islam sollte in jeder Angelegenheit Vorrang haben. Wenn ihr diesen Zustand erreicht, werdet ihr Zeuge davon werden, wie die Tore des spirituellen Erfolgs und Wohlstands sich vor euch öffnen.
Hier möchte ich erneut das Beispiel von Hadhrat AbrahamAS erwähnen. Wurde ihm der Titel des Treuen und desjenigen, der Allahs Gebote erfüllte, ohne Grund verliehen? Gewiss nicht. Vielmehr erreichte er diesen hohen Status, weil er bereit war, das höchste Opfer zu erbringen. Als er dachte, Allah verlange von ihm, seinen geliebten Sohn zu opfern, trat er keinen Schritt zurück oder wandte sich von seinem Glauben ab. Stattdessen stand er ohne Zögern bereit, das Messer über den Hals seines Sohnes zu führen. Er bewies in jenem Moment, dass sein Anspruch, sein Leben Allah gewidmet zu haben, bedingungslos war. Sein Anspruch, Gott zu dienen, war nicht auf Worte beschränkt.
In diesem Zusammenhang hat der Verheißene MessiasAS gesagt, dass Allah die praktische Manifestation des Glaubens einer Person wünscht. Es sind Taten und Werke, die Seine Belohnungen mit sich bringen. Doch das Streben auf dem Weg Gottes kann nicht ohne Schmerz und Leid erfolgen. In der Tat sind Entbehrungen, Schmerz und Kummer grundlegend für Opfer. Jedoch ist das Leiden, das mit Opfern verbunden ist, niemals ewig.
Dies erklärend sagt der Verheißene MessiasAS, dass, wenn eine Person bereit ist, alle Formen von Schmerz für Allah zu ertragen, dann wird sie Allah selbst vor Kummer und Leid schützen und abschirmen. Als Hadhrat AbrahamAS bereit war, das Messer über seinen Sohn zu führen, griff Allah ein, um ihn zu stoppen, und bewahrte ihn vor unvorstellbarem Kummer und Leid. Allah bewahrte ihn vor unvorstellbarem Kummer und Leid.
Ebenso, als die Gegner Gottes Hadhrat AbrahamAS ins Feuer warfen, schuf Allah Bedingungen, die das Feuer erlöschen ließen und ihn retteten. Das ist die schöne und barmherzige Weise Allahs, des Allmächtigen, dass Er sieht, wer in seinem Versprechen aufrichtig ist. Er beobachtet, wer gewillt ist, um Seinetwillen wirklich Schmerz zu ertragen. Danach nimmt Allah solche Menschen in Seinen Schutz.
Jeder Waqf-e-Nau muss daher danach streben, zum Geliebten Allahs zu werden. Wie ich gesagt habe, spielt es keine Rolle, ob ihr außerhalb der Jamaat arbeitet oder in ihr in Vollzeit dient. Jeder von euch sollte bereit sein für jedes Opfer, das euer Glaube von euch verlangt. Ihr müsst bereit sein, um Gottes willen jeden Schmerz oder jede Notlage zu ertragen, die auf euch zukommen können. Andernfalls ist der Anspruch, ein Waqif-e-Nau zu sein, eine Form der Täuschung.
Bei vielen früheren Gelegenheiten habe ich gesagt, dass der bloße Titel Waqf-e-Nau bedeutungslos ist und an sich keinen besonderen Status verleiht. Demzufolge sei klargestellt, dass, wenn ihr Allah nicht mehr fürchtet als andere, es keinen Nutzen hat, ein Waqif-e-Nau zu sein.
Wenn euer Niveau des Gottesdienstes nicht höher ist als das anderer, dann hat es keinen Nutzen, ein Waqf-e-Nau zu sein. Wenn ihr den Heiligen Qur’an nicht täglich rezitiert und nicht versucht, seine Bedeutungen zu erlernen, dann hat es keinen Nutzen, ein Waqf-e-Nau zu sein. Wenn eure Moral und Werte nicht von höchster Klasse sind, dann hat es keinen Nutzen, ein Waqf-e-Nau zu sein. Wenn eure Art zu sprechen, euer Verhalten, Umgang, eure Aktivitäten und Engagements nicht im Einklang mit den Geboten Allahs stehen, dann hat es keinen Nutzen, ein Waqf-e-Nau zu sein. Wenn ihr, anstatt euer religiöses Wissen zu erweitern oder in eurer weltlichen Bildung zu glänzen, euren Geist durch das Ansehen unmoralischer, anstößiger und gewalttätiger Inhalte vergiftet, dann hat es keinen Nutzen, ein Waqf-e-Nau zu sein. Wenn ihr nicht regelmäßig eure Zeit für die Jamaat opfert, hat es keinen Nutzen, ein Waqf-e-Nau zu sein. Wenn ihr eure Verwandten nicht mit Liebe behandelt und wenn ihr eure Kollegen, Freunde und diejenigen, die ihr trefft, nicht mit Freundlichkeit begegnet, dann hat es keinen Nutzen, dass ihr Waqf-e-Nau seid. Wenn ihr in all euren Interaktionen nicht die höchsten moralischen Werte und Höflichkeit zeigt, dann hat es keinen Nutzen, dass ihr Waqf-e-Nau seid. Und wenn ihr arrogant seid und es euch an Demut mangelt, dann hat es keinen Nutzen, ein Waqf-e-Nau zu sein.
Denkt also stets daran, dass ihr als
Waqf-e-Nau ein Vorbild für andere sein solltet. Darüber hinaus müsst ihr
in euren Bemühungen, das Wohlgefallen Gottes zu erlangen, konsequent
sein. Der Verheißene MessiasAS sagt, dass einige Menschen
nach ein oder zwei guten Taten denken, sie hätten genug getan, um die
Liebe Gottes zu gewinnen. Er sagt jedoch, dass das Erlangen der Liebe
Allahs Standhaftigkeit und völligen Gehorsam gegenüber Ihm erfordert,
wie es die gesegneten Gefährten des Heiligen ProphetenSAW
gezeigt haben. Daher müssen wir ihr Beispiel nachahmen, und aus diesem
Grund habe ich in meinen Freitagspredigten mehrere Jahre lang
ausführlich über ihre Vorzüge und Opfer gesprochen.
Der Verheißene MessiasAS hat
uns gewarnt, dass es ebenso viele Türen gibt, die zum Himmel führen, wie
es Türen gibt, die zur Hölle führen. Daher äußerte er seine Sorge, dass
es nicht sein sollte, dass seine Anhänger eine Tür zur Hölle schließen,
aber eine andere offen lassen.
Um das Wohlgefallen Allahs zu erlangen,
müssen wir daher danach streben, alle Seine Gebote zu befolgen. Es
erfordert, dass ihr, wenn ihr ein Mitglied der Jamaat seid, ihr System
befolgt und ihm gehorcht. So hat der Verheißene MessiasAS gesagt, dass ein Ahmadi, dem es an Gehorsam mangelt, eine Ursache der Diffamierung seiner Jamaat darstellt.
Wenn ihr also dieses Ijtema
verlasst und dabei versprecht, eure Pflichten besser zu erfüllen, aber
alles, was ich gesagt habe, vergesst, sobald ihr zu Hause ankommt, gibt
es keinen Nutzen, ein Waqf-e-Nau zu sein, weder für die Jamaat noch für
euch persönlich. Vor allem hat Allah kein Interesse an solchen
sogenannten Waqif-e-Zindagis. Die meisten von euch haben ein reifes
Alter erreicht, und so solltet ihr euch jeden Tag selbst prüfen.
Bewertet, inwieweit ihr die Anforderungen eures Waqf erfüllt habt und ob
ihr in eurer spirituellen Entwicklung voranschreitet – versteht ihr?
Analysiert, ob ihr versucht habt, euer Niveau der Moral und euer
religiöses Wissen zu verbessern. Nur dann kann gesagt werden, dass ihr
Waqf-e-Nau seid, nicht nur dem Namen nach, sondern in Geist und Tat. Nur
dann werdet ihr das Niveau und den Standard eines Waqif-e-Nau
erreichen, den die Jamaat benötigt und den Allah verlangt und für dessen
Zweck Hadhrat Khalifatul Masih IV (rh) die Waqf-e-Nau-Initiative
eingeführt hat.
Möge Allah euch befähigen, dieses
beachtliche Niveau an Gehorsam und Loyalität gegenüber eurem Glauben zu
erreichen, das einen wahren Waqf-e-Nau auszeichnet. Möge jeder von euch
der Herausforderung gewachsen sein, eine entscheidende Rolle dabei zu
spielen, eine tiefgreifende und transformative spirituelle Revolution in
der Welt zu entfachen, die der wahre Zweck und das Ziel eures Lebens
ist. Möge Allah euch allen ermöglichen, den wahren Geist zu
verinnerlichen, der von einem Waqf-e-Nau verlangt wird, und den Zweck zu
erfüllen, für den ihr euer Leben gewidmet habt und für den ihr heute zu
diesem Ijtema zusammengekommen seid.
Mögen alle von euch als Waqifin-e-Nau
eine herausragende Rolle dabei spielen, die Botschaft des Islam und der
Ahmadiyyat in jeden Winkel der Welt zu tragen.«
__________________
FUSSNOTEN
[1] Der Heilige Qur’an, 2:132
[2] Malfūẓāt, Vol. 2, p. 100, Ed. 1984
[3] Der Heilige Qur’an, 53:38
[4] Malfūẓāt, Bd. 4, S. 429, Ed. 1984