100- Namaz verrichten نماز پڑھنے کا طریق

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(Das islamische Gebetbuch, Verlag Der Islam, 2. Auflage, S. 69-84)

 

TAKBIR-E-TAHRIMA und Rafa'-Yaddayn (Das erste Takbir und das Heben der Hände)

Nachdem man sich der Kaaba zugewandt hat, hebt man die Hände bis zu den Schultern oder bis zu den Ohren und spricht das Takbir, d.h. man spricht "Allahu Akbar". Die beiden Hände bis zu den Ohren zu erheben, entspricht der Sunna des Prophetensaw. Es gibt einige Richtungen im Islam, die auch bei jedem weiteren Takbir das gleiche machen, eingeschlossen Ruku oder Sadschda. Die Geschichte des Islam, wie in den AHadith bezeugt, zeigt, dass der Heilige Prophetsaw anfangs auch mehrmals in einer Rakat die Hände erhoben hat. Aber die Traditionen belegen eben auch, dass dies nicht seine endgültige Sunna war. Den meisten Traditionen zufolge, pflegte er nur beim Takbir-e-Tahrima die Hände zu erheben.

Nach dem Takbir-e-Tahrima legt man die Hände zusammengefaltet zwischen Bauchnabel und Brust, so dass die rechte Hand auf der linken ruht. Dieser Zustand wird Qiyyaam (stehende Haltung) genannt. Verschiedene islamische Richtungen unterscheiden sich auch in der Art der Verschränkung der Arme. Manche legen die Hände auf die Brust, manche unter den Bauchnabel, manche oberhalb. Das sind alles Formen des Respekts und niemand sollte deswegen andere kritisieren. Manche Richtungen falten ihre Hände gar nicht, sondern lassen sie seitlich hängen. Dies ist zwar nicht als endgültige Sunna des Prophetensaw belegt, aber dennoch hat niemand das Recht, anderen deswegen Vorwürfe zu machen oder gar zu behaupten, dass ihr Gebet ungültig sei.

 

 

SANA (Lobpreisung)

Danach beginnt man das Gebet mit der Lobpreisung Allahs:


Subhanaka-llahumma wa bi-hamdika wa tabaraka-smuka wa ta'ala gadduka wa la ilaha gayruka.

" Heilig bist Du, O Allah, und segensreich ist Dein Name und hocherhaben bist Du und es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Dir."

Sana spricht man nur in der ersten Rakat.

 

 

TA’A’UDH (Gebet um Schutz)

Anschließend spricht man das Ta'a'udh:

A'udu bi-llahi mina-sch-schaytani-r-ragim.

" Ich suche Schutz bei Allah vor Satan, dem Verworfenen."

Ta'a'udh wird nur in der ersten Rakat gesprochen.

 

 

TASMIYYA und Sure AL-FATEHA

Hiernach rezitiert man die Sure AL-FATEHA, die ein unverzichtbarer Teil des Gebets ist. Der Heilige Prophetsaw betonte, dass das Gebet ohne die Rezitation der Sure AL-FATEHA nicht verrichtet werden könne, was sogar beinhalte, dass selbst, wenn der Imam die Sure ALFATEHA laut rezitiert, sie auch von den Mitbetenden schweigend oder in Gedanken mitrezitiert werden soll. Den Traditionen zufolge hat der Heilige Prophetsaw diese Sure sowohl mit laut gesprochener Tasmiyya (Bismillahi-rahmanir-rahiem - "Im Namen Allahs, des Gnädigen, des immer Barmherzigen") als auch mit schweigend gesprochener Tasmiyya rezitiert. (TIRMIDHI, Hadith Nr. 227)

Anschließend an das Tasmiyya wird der restliche Teil der Sure AL-FATEHA gesprochen:

"Alhamdulillahi Rabbi-l-'alamin;

ar-rahmani-r-rahim;

maliki yaumi-d-din.

Iyyaka na'budu wa iyyaka nasta'in.

Ihdina-s-sirata-l-mustaqim;

Sirata-l-ladina an'amta 'alayhim, gayri-l-magdubi 'alayhim wa la-d-dallin."

 

"Im Namen Allahs des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Preis gebührt Allah, dem Herrn der Welten.

Dem Gnädigen, dem Barmherzigen. Dem Meister des Gerichtstages.

Dir allein dienen wir und zu Dir allein flehen wir um Hilfe.

Führe uns auf den geraden Weg.

Den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast,

die nicht  Missfallen erregt haben und die nicht irregegangen sind."

Wenn die Sure AL-FATEHA zu Ende rezitiert ist, sagen die Betenden "Amien", d.h. "O Allah, gewähre mir diese Bitte". Danach wird irgendein Teil aus dem Heiligen Koran rezitiert. Hierzu finden sich im letzten Kapitel dieses Buches einige Beispiele. Die zusätzliche Rezitation aus dem Heiligen Koran, nach der Sure AL-FATEHA, ist nur in den ersten zwei Raka'at vorgesehen. Falls der Imam laut rezitiert, so sollen die hinter ihm Betenden aufmerksam zuhören und nicht, wie im Falle der Sure AL-FATEHA, mit rezitieren.

Von Hadhrat Ubadah bin Samitra wird erzählt, dass der Heilige Prophetsaw einstmals das Fadschr-Gebet leitete und die hinter ihm Betenden schweigend die Verse aus dem Heiligen Koran mit rezitierten. Nach dem Gebet fragte sie der Heilige Prophetsaw ob sie hinter ihm auch rezitiert hätten? Sie sagten ja, wir haben die Verse mit rezitiert. Der Heilige Prophetsaw sagte daraufhin:

"Hinter dem Imam soll außer der Sure AL-FATEHA nichts wiederholt werden, denn die Sure AL-FATEHA ist der wichtigste Teil des Gebets." (IBNE MAJAH, Hadith Nr. 839)

 

 

RUKU (Verbeugung)

Anschließend spricht der Imam "Allahu Akbar" und verbeugt sich. Diese Haltung wird Ruku genannt. Dabei verbeugt man sich so, dass beide Hände auf den Knien ruhen, der Rücken gerade und der Blick zwischen beide Füße gerichtet ist. Alle hinter dem Imam Betenden gehen mit dem Imam in die Verbeugung.

Im Ruku werden die nachstehenden Worte mindestens dreimal wiederholt (Tasbih). Bei mehr als dreimaliger Wiederholung sollte man darauf achten, dass diese Wiederholungen eine ungerade Anzahl ergeben.

"Subhana Rabbiya-l-'azim."

"Heilig ist mein Herr, der Größte."

 

 

QIYYAAM-SAANIYA (Zweite stehende Haltung)

Nach dem Ruku verweilt man kurz im aufrechten Stand. Dies wird Qiyyaam-Saaniya genannt. Während des Aufrichten aus dem Ruku spricht der Imam:

"Sami' AllÁhu li man hamidah."

"Allah hört das Gebet dessen, der Ihn lobpreist."

Die hinter ihm Betenden richten sich ebenfalls auf. Sie lassen ihre Hände seitlich hängen und sagen:

 

"Rabbana wa laka-l-hamd, hamdan katiran, tayyiban, mubarakan fih."

"O unser Herr, Dir gebührt aller Preis, sehr viel Preis, reiner Preis, voller Segnungen."

 

 

SADSCHA (Niederwerfung)

*

Nach der Qiyyaam- Saaniya spricht der Imam "Allahu Akbar" und wirft sich nieder. Alle hinter ihm Betenden folgen ihm. In der Sadschda spricht man eine ungerade Anzahl, indes mindestens dreimal:

"Subhana Rabbiya-l-'ala."

"Heilig ist mein Herr, der Höchste."

Für die Sadschda berührt man zuerst mit den Knien, dann mit den Händen und dann mit Stirn und Nase den Boden. Beide Ellbogen sollten weder den Boden, noch den Körper berühren. Auch sollte der Bauch die Oberschenkel nicht berühren. In diesem Zusammenhang ist die Anweisung des Heiligen Prophetensaw zu beachten, dass man in der Sadschda die Hände nicht nach außen ausbreiten solle, da so der Hund säße (vgl. MUSNAD AHMAD BIN HANBAL).

Weiterhin sollen auch die Finger nicht gespreizt werden. In der Sadschda ist es besonders empfehlenswert, nach den vorgeschriebenen Worten entsprechend der Sunna des Heiligen Prophetensaw, auch andere Duas in der Muttersprache, zu beten. Der Heilige Prophetsawhat aber das Rezitieren von Koran-Versen während des Rukus und der Sadschda verboten (vgl. SAHIH MUSLIM).

 

 

DSCHILSA (Qu'uud-Bainas-Sadschdatäin, d.h. die sitzende Haltung zwischen zwei Sadschdas)

*

Dann spricht der Imam wieder "Allahu Akbar" und setzt sich aufrecht hin. Beim Aufsitzen sollte zuerst das Haupt vom Boden erhoben werden und anschließend die Hände. Man sollte sich so hinsetzen, dass der rechte Fuß aufgerichtet ist und die Zehen in Richtung der Kaaba zeigen. Der linke Fuß sollte auf dem Boden liegen. Während des Sitzens sollten die Hände auf den Oberschenkeln, nahe den Knien liegen. Dieses Sitzen wird Dschilsa genannt und in dieser Haltung betet man das Dua-e-Matura:

"Rabbi-gfirli wa-rhamni wa-hdini wa 'afini wagburni wa-rzuqni wa-rfa'ni."

"O mein Herr, verzeih mir und sei mir gnädig und führe mich auf den geraden Weg. Bewahre mich und richte mich auf und bessere mich und beschenke mich und erhöhe mich."

Danach sagt der Imam "Allahu Akbar" und macht die zweite Sadschda, dann spricht er erneut "Allahu Akbar" und erhebt sich zur zweiten Rakat. Beim Aufstehen sollten zuerst die Hände und dann die Knie vom Boden abgehoben werden.

 

 

QADAA, ATTAHIYYA und TASCHAHUD (Pause, Ehrerbietung und Bezeugung)

*

Nach jeder zweiten und nach der letzten (also zweiten, dritten oder vierten) Rakat sitzt man nach den Sadschdas wie bei der Dschilsa für die Qadaa (Pause) und betet sowohl das Attahiyya (die Ehrerbietung) wie auch das Taschahud (die Bezeugung). Attahiyya und Taschahud lauten wie folgt:

 

"At-tahiyyatu li-llahi wa-s-salawatu wa-t-tayyibatu. A-Salamu 'alayka ayyuha-n-nabiyyu wa rahmatu-llahi wa barakatuhu. As-Salamu 'alayna wa 'ala 'ibadi-llahi-s-salihin. Ašhadu a-l-la ilaha illa-llahu wa ašhadu anna Muhammadan 'abduhu wa rasuluhu."

"Alles Zeugnis durch Wort, Tat und Spende gebührt Allah, und Ihm sind die Gebete und reinen Handlungen. Friede sei auf Dir, o Prophet, und Allahs Segnungen und Seine Barmherzigkeit. Friede sei auf uns und auf Allahs rechtschaffenen Dienern. Ich bezeuge, dass niemand anbetungswürdig ist außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist."

Während des Taschahud den Zeigefinger zu erheben ist Sunna. In den Traditionen heißt es, dass der Heilige Prophetsaw seine rechte Hand nahe ans Knie legte und alle Finger außer dem Zeigefinger und dem Daumen schloss. Bei den Worten (Tauhid-Teil):

"Ich bezeuge, dass niemand anbetungswürdig ist außer Allah."

erhob er den Zeigefinger. Die Finger der linken Hand blieben gerade auf dem Knie liegen. (TIRMIDHI, Hadith Nr. 271)

 

Zur Verdeutlichung:

Mit Taschahud wird ausschließlich jener Teil der o.a. Gebete bezeichnet, in dem es heißt: "Ich bezeuge, dass niemand anbetungswürdig ist außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist." Daher auch die Bezeichnung "Bezeugung" oder "Bekenntnis".

 

 

DURUUD-SCHARIEF (Gebet des Propheten)

Nach dem Taschahud rezitiert man das Duruud- Scharief. Falls man drei oder vier Rakat zu beten hat, so steht man nach dem Taschahud auf und beendet die restlichen Rakat und betet das Duruud-Scharief nach dem Taschahud in der letzten Rakat. Es lautet wie folgt:

 

 

"Allahumma salli 'ala Muhammadin wa 'ala ali Muhammadin kama sallayta 'ala Ibrahima wa 'ala ali Ibrahima Innak hamidu-m-magid.

Allahumma barik 'ala Muhammadin wa 'ala ali Muhammadin kama barakta 'ala Ibrahima wa 'ala ali Ibrahima Innaka hamidu-m-magid."

"O Allah, schütte Deine Gnade aus über Muhammad und den Anhängern Muhammads, so wie Du Gnade ausschüttetest über Abraham und den Anhängern Abrahams; wahrlich, Du bist preiswürdig, erhaben.

O Allah, gib Muhammad Deinen Segen und den Anhängern Muhammads, so wie Du Abraham und den Anhängern Abrahams Segen gabst; wahrlich, Du bist preiswürdig, erhaben."

 

 

Duas nach dem Duruud-Scharief

Es wird vom Heiligen Prophetensaw berichtet, dass er in diesem letzten Teil des Gebets verschiedene Duas (Bittgebete) zu beten pflegte. Von diesen lauten einige wie folgt:

 

"Rabbana atina fi-d-dunya hasanatan wa fi-lachirati hasanatan wa qina 'adaba-n-nar."

"Unser Herr, gewähre uns Gutes in dieser Welt und in der künftigen und bewahre uns vor der Pein des Feuers."(2:202)

Und:

"Rabbi-g'alni muqima-s-salati wa min durriyyati. Rabbana wa taqbbal Dua'. Rabbana-gfir-li wa li-walidayya wa li-l-mu'minina yauma yaqumu-l-hisab."

"O mein Herr, mache, dass ich und meine Kinder das Gebet verrichten. Unser Herr! Nimm mein Gebet an. Unser Herr, vergib mir und meinen Eltern und den Gläubigen am Tage, an dem die Abrechnung stattfinden wird." (Sure 14 Ibrahim, Verse 41 und 42)

Oder:

 

 

"Allahumma inni zalamtu nafsi zulman kadiran, wa la yagfiru-d-dunuba illa Anta, fa-gfir-li magfirata-m min 'indika, wa-rhamni. Innaka Anta-l-gafuru-r-rahim."

"O Allah, ich habe meiner Seele großes Unrecht angetan, und niemand gewährt Vergebung für Sünden außer Dir. Deshalb, gewähre mir Vergebung von Dir und sei gnädig mit mir. Wahrlich, Du bist der Allverzeihende, der immer Barmherzige." (MUSLIM, Hadith Nr. 4876)

Tasliem oder Salaam (Gebetsschluß)

*

Nach den Duas wendet der Imam sein Gesicht nach rechts und spricht laut:

 

"As-Salamu 'alaykum wa rahmatu-llah."

"Friede sei auf euch und Allahs Gnade."

Dann wendet er sich unter Wiederholung der gleichen Worte auch nach links.

weitere Teile des Salaats:

085-Kalima 086-Niyyat 087-Ssana 088-Ta'awwuz 089-Al-Fatiha
090-Tasbih 091-Tasmi' 092-Tehmied 092-1-Tasbih 093-Sadschda
094-Tascha'hud 095-Duruud 096-Namaz 097-Namen&Zeiten 098-Adhan
099-Wudhu 100-verrichten